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Wie Du Dein Drama beendest und das Leben als Deinen Lehrer anerkennst.

Selbstliebe

Wenn du noch immer tief verstrickt bist, in deine Geschichten von: er hat…und
dann…wie gemein!…schrecklich…ich will doch nur…“, ist dieser Beitrag eine
Einladung an dich, den Kopf aus dem Sand zu ziehen und Dich mal
umzusehen. Nicht im Außen, dort, wo deine Geschichten, Deine Dramen
stattfinden, sondern in dir selbst, dort, wo alles entsteht. Du wirst auf
überraschende Erkenntnisse stoßen. Garantiert.

Ich habe mich seit längerem dafür entschieden, meine Blogbeiträge in der Du –
Form zu schreiben. Ich finde das persönlicher und habe das Gefühl auf diese
Weise näher mit Dir verbunden zu sein. Als würdest Du vor mir sitzen
sozusagen und durch die Kommentare, die ich erhalte, haben wir ja auch so
etwas wie ein Gespräch.
Gespräche liebe ich über Alles!
Es ist mir aber wichtig zu betonen, dass Du Dich bitte nicht von mir belehrt
fühlen sollst. Nimm Dir das, was für Dich stimmig ist mit, alles andere lass
einfach sein.

In meiner Beobachtung der Welt, in vielen Gesprächen mit anderen Menschen,
in der Verfolgung der Medien (ab und zu mal, wir haben keinen Fernseher)
stelle ich immer wieder fest, dass wir alle mitten in einem Umbruch stecken.

Manche sagen, es gibt eine Erhöhung der Energie, was zur Folge hat, dass
sehr viele Menschen immer öfter die Strukturen, in denen sie leben
hinterfragen, die Strukturen, die ihre Lebensenergie daran hindert, ungebremst
und natürlich zu fließen.

Ich kann das nachvollziehen, denn wenn ich meine Energie, zum Beispiel durch
Sport, oder einen Spaziergang an der frischen Luft erhöhe, dann kann ich viel
besser wahrnehmen, besser denken und fühlen, bin wacher und meine
Lebenssituationen fallen mir viel mehr auf, als wenn ich unbewusst und
energetisch blockiert vor mich hinwurschtle.

Ich glaube, das dieser Umbruch in den Menschen und in der Welt noch
zunehmen  wird, was ich an sich großartig finde.

Doch es kann auch ein sehr schwieriger Prozess sein, der viel Schmerz
verursacht, wenn wir es nicht lernen unsere inneren Geschichten, unser inneres
Drama loszulassen und versuchen hinter ihre Fassade zu blicken. Wenn wir
nicht versuchen ehrlich und mutig unser Leben zu hinterfragen, unsere
Gedanken und Gefühle zu erforschen.

Wir fügen anderen und uns selbst viel Schmerz zu, wenn wir verhaftet bleiben
an unser äußeres Drama und immer noch kämpfen und um uns schlagen, statt
uns dem Prozess, der sowieso unausweichlich ist, zu fügen. Es ist wirklich
an der Zeit das Drama gehen zu lassen.
Schmerz gehört zum Leben dazu und davon werden wir alle noch viel
abbekommen aber das Drama ist absolut freiwillig.

Du weißt doch eigentlich selbst, dass es keinen anderen Weg gibt, als die
Projektionen sein zu lassen und tief und ehrlich bei Dir selbst zu schauen, was
los ist. Alles andere verlängert Dein Leiden und schafft ein schmerzhaftes
Ungleichgewicht in Deinem Leben.

Jede Situation in Deinem Leben hat mit Dir zu tun. Jedes Gefühl in Dir ist eine
Einladung, den Weg in Dein Inneres anzutreten und Dich selbst (an) zu
erkennen. Wenn Du Dich traust Deinen Gefühlen zu folgen, führen sie Dich
dahin wo Deine verknäulten, blockierten Energien sitzen, wo Deine Verspannungen
liegen, die Dein Leben formen. Jede Emotion ist ein Tor zu Dir selbst, um zu
lernen, zu heilen und bewusster zu werden.

Alle äußeren Situationen in Deinem Leben sind ein Spiegel Deines Inneren. Die
Umstände in der Welt, ein Spiegel unseres kollektiven Bewusstseins. Es wird sich
nichts ändern, solange wir uns nicht ändern. Ich glaube, Du weißt das auch.
Wenn Du zum Beispiel in Deinen Beziehungen immer wieder auf die gleichen
Themen stößt, dann liegt das nicht an den Umständen, sondern an
Deinem Bewusstsein.

Du brauchst die äußere Realität nicht zu manipulieren, nichts zu manifestieren,
denn das tust Du schon die ganze Zeit und zwar das, was in Deinem Inneren
vorherrscht, das was Du wirklich denkst, glaubst und fühlst, das äußert sich
als Umstände in Deinem Leben.

Das Leben ist Dein Lehrer. Es ist Dein Spiegel, hör ihm zu, sieh hinein und
versuche nicht darauf herumzumalen, um etwas schöner sein zu lassen als es
ist. Es ist sinnlos.
Sieh hinein und erkenne die Wahrheit, wie sie ist, und was sie ist, nämlich der
nächste Hinweis, der nächste Schritt zu Deiner Heilung.

Erkenne an, was Du siehst, es ist nicht da, um Dich leiden zu lassen, es ist da, um
Dich aufzurütteln, doch endlich in Dich hineinzuspüren und Dich tief in Dich
sinken zu lassen, um aus Deiner wahren, authentischen Tiefe heraus zu leben.
Aus der wahrhaftigen Akzeptanz dessen, was Du vorfindest ,sie ist es, die Dir die
Kraft gibt, loszulassen.

Lerne die Anderen als Partner zu sehen, die auf dem gleichen Weg sind wie Du.
Wir sind alle gemeinsam hier und begleiten uns gegenseitig nach Hause.
Manchmal hilfreich, manchmal schmerzhaft und unsensibel, aber in
gemeinsamer
Mission.

Es ist Dein Bewusstsein, das Deine äußeren Lebensumstände formt. Die äußeren
Dramen, sind eine Inszenierung der inneren Dramen.
Wenn Du es gelernt hast, in Deinem Körper zu sein, kannst Du die
Verspannungen fühlen, die in Dir sind und versuchen sie zu lösen, bevor sie sich
im Außen zeigen.
Wenn unangenehme Gefühle in Dir  auftauchen, kannst Du sie gleich ernst nehmen
und ihnen nachgehen, statt sie zu verdrängen und loshaben zu wollen.
Dann kannst Du die Lektion lernen, die daraus erwachsen ist und Deine
Identifikation damit sein lassen.

Wenn Du das nicht tust, werden sich aus den unbemerkten, verdrängten
emotionalen Spannungen, die äußeren Dramen Deines Lebens formen, damit Du
gezwungen wirst hinzusehen und hinzuhören und nachzuspüren. Du kannst sie
nicht ewig verdrängen. Es gibt einfach keinen Weg drumherum, es gibt nur
den Weg mittendurch.

Es geht aber nicht ums Leiden. Es geht ums Fühlen. Um etwas in Dir heilen
zu können, musst Du es nur ein paar Sekunden absolut tief und ehrlich fühlen.
Es vollkommen in Dir selbst aufnehmen und da sein lassen.
Doch je mehr Du versuchst diese ungewollten Gefühle zu verdrängen,
wegzuschieben, sie auf andere zu projizieren, ihnen die Schuld dafür zu geben,
um so länger und schmerzhafter wird Dein Weg.

Du bist dazu in der Lage alle Gefühle in Dir sein zu lassen und dabei völlig wach
zu sein. Das ist in uns Menschen so angelegt. Du kannst es schaffen den
tiefsten Schmerz zu fühlen, ohne Dich von ihm überwältigen zu lassen, sondern
als Beobachter daneben zu stehen und ihm einfach nur Raum zu geben, um
da zu sein. Ihn, wie eine Mutter ihr weinendes Kind, zu umarmen.

Lass Deine Angst los, lass Dein Drama los. Mehr ist nicht zu tun.
Fühle und sei wach.

Die Geschichten sind nicht wichtig. Es ist nicht wichtig, was der Andere tut
oder nicht tut, denn es geht nicht um den Anderen, es geht um Dich,
um Deine Gefühle.
Du musst die Situation nicht lösen, nicht versuchen sie zu reparieren,
Dein Gegenüber nicht ändern.
Wenn Du schon in einem guten Kontakt mit Deinen Gefühlen bist, dann
lass die Geschichte los und konzentriere Dich nur auf die Gefühle. Hör damit
auf endlos darüber zu reden und Dich bei anderen auszuweinen.
Fang an es zu fühlen, denn es begleitet dich schon so lange.

Frage Dich einfach immer und immer wieder: Wie fühlt es sich an?
Wie genau, wo genau fühlst Du es? Kannst Du Dich daneben stellen
und damit sein? Kannst Du ganz hineingehen, wach sein und es in Liebe
annehmen? Kannst Du denn endlich mal da sein für Dich, jetzt und hier,
statt in Deinen Geschichten verloren zu gehen?

Du solltest bereit sein alles loszulassen, alle Gründe, alle Vorwürfe, Dein
Selbstmitleid und endlich beginnen zu fühlen und nur einmal wirkliches
Mitgefühl mit dir selber haben.

Teile Dich mit, zeige Dich Deiner Umgebung mit Deinen Gefühlen.
Aber bade nicht darin und lass die Vorwürfe sein, mach kein Drama draus,
spiel nicht das Opfer und schenk Dir auch die Selbstvorwürfe.
Es gibt nichts zu tun außer zu fühlen und wahrhaftig zu sein.

Spring ins Leben hinein und fühl Deine Lebendigkeit! Sei ganz Du selbst
und erobere die Welt aus Deiner wahrhaftigen Tiefe heraus.
Wenn Du ein absolutes, rückhaltloses Ja! zu dir sagst, wird Dir Dein Leben das
auch zurückspiegeln. Vergiss nicht, dass Du die Liebe bist, auf die Du wartest,
und auf die unsere ganze Welt wartet.

Wenn Du eine Vertiefung zu diesem Beitrag lesen willst, zusammen mit
9 hochwirksamen Schritten Deine alten Muster und Blockaden zu lösen,
dann trage Dich hier unten für meinen Newsletter ein und erhalte das
Gratis E-Book.

Lass mich Deine Gedanken dazu wissen. Was sind Deine größten Schwierigkeiten,
Deine Gefühle anzunehmen. Kennst Du Dein größtes Leid?
Welche Erfolge hattest Du bis jetzt im Prozess der Selbstannahme? Ich freue
mich wie immer über den Austausch mit Dir!

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10 Kommentare

  1. Monika Kunz sagt

    Das hört sich toll an aber es ist nicht einfach alles los zulassen vielleicht muss man das trainieren habe aber noch kein Konzept gefunden welches richtig hilft

    • Nicole Paskow sagt

      Liebe Monika, da gebe ich Dir absolut recht. Es ist nicht leicht alles
      loszulassen, das funktioniert immer nur Stück für Stück.
      Mein nächstes Video wird sich auf jeden Fall, um die praktische Seite
      drehen. Wenn Du schon lange suchst und noch kein Konzept gefunden hast,
      das Dir hilft ist die Frage, wonach Du suchst? Kein Konzept kann Dir
      die Arbeit, also die Umsetzung abnehmen, das musst Du tatsächlich alleine
      machen. Aller Anfang ist die Anerkennung der Situation, wie sie ist.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg! Herzlich, Nicole

  2. Miriam F. sagt

    Sehr ermutigende Worte.
    Ich bin 22. Und auf der Suche nach einer einfachen Methode, Froh über mich selbst zu sein und mein wahres Ich kennenzulernen und dieses voll auszuleben und lieben lernen. Ohne Grenzen und schlechtes Gewissen. Einfach authentisch sein. In allem was ich bin. Mit allem was ich bin. Dazu gehören auch meine vermeintlich negativen Seiten.

    Ich kämpfe schon seit Kindeszeiten (eigentlich immer schon) mit sehr starken Gefühlen. Meine Eltern haben sich gerne über meine Überemotionalität ein wenig lustig gemacht und meine „negativen“ Gefühle wie zb Wut, Trauer, Beleidigtsein, Aggression,. . etc nie wirklich ernst genommen. Und wenn, dann nur im negativen. Also mich dann getadelt. Ich solle mich beherrschen und gut auf mich ekngeredet. 
    Hat aber nicht geholfen. Ich fühle mich immer schuldig, wenn ich sowas wie Hass, tiefen Ekel, Wut usw empfinde. Ich habe es so gelernt. Mir immer für mein negatives Verhalten zu schämen bzw dass eben dieses nicht angebracht sei. 
    Mit dem einher, habe ich auch gelernt, härter zu werden. Kühler.. Weniger gefühlvoll. Weil ich dachte, ich dürfe diese starken Gefühle nicht haben und etwas stimmt mit mir nicht. 
    Diese Gefühle in mir sind aber so stark und so lebendig. Ich habe den Eindruck, dass sie gefühlt und gelebt werden wollen. Aber ich verbiete es mir. Und das führt immer wieder zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen (meist heftige) in denen ich mich nicht oder nur schwer bremsen kann. Es sind dann Gefühle wie Hass, Verzweiflung und Schmerz, Wut.. als „negative“ eben. Ein ständiger Kampf. Es kostet mich Viel Energie. Richtige Freude hab ich vor2-3Jahren das letzte Mal erlebt. Da hab ich sicher einfach so ohne Grund 20 min gelacht. 
    Ich liebe diese Freude, diese Liebe und diese Unbeschwertheit. Nur ich merke wie schwer es mir nach jeder innerlichen Verletzung fällt, wieder aufzustehen. Wenn mich jemand verletzt bin Ih nahtragend und will dass die Person es mitfühlen, was sie mir angetan hat.

    Heute habe ich ein Kind. Einen Partner mit dem ich Viel streite und von dem ich mich nicht geliebt und auch nicht akzeptiert fühle. Wir streiten sehr viel und immer wieder werde ich wütend, vergesse mich selbst und verschließe mein Herz, wenn ich merke, er nimmt mich nicht ernst/wahr. Ich will aber um unsere Liebe kämpfen weil ich weiß dass dieser Zustand nicht sie Wahrheit ist

    • Nicole Paskow sagt

      Liebe Miriam, ich danke Dir, dass Du Deine Gefühle mit mir teilst.
      Als erstes will ich Dir sagen, dass Du den ersten Schritt zur Selbstliebe
      schon getan hast: Du hast Deinen Willen formuliert, froh über Dich selbst
      sein zu wollen, Dich voll auszuleben und lieben zu lernen.
      Das ist der allererste und wichtigste Schritt: Den Willen dazu zu haben.

      Das zweite, was ich Dir sagen will ist: Es gibt unzählige Methoden,
      doch keine davon ist „einfach“. Radikale Selbstliebe ist m. E. der
      Grundstein für ein erfülltes Leben, aber sie zu erreichen eine
      lebenslange Aufgabe.
      Ich kenne Deine Situation gut. Ich glaube uns allen wurden die
      „negativen“ Emotionen abtrainiert, indem wir für sie kritisiert
      wurden. Doch alles will sich im Leben ausdrücken, auch die Wut,
      der Ekel, die Aggression. Und sie drücken sich aus. Meistens über
      unkontrollierte Ausbrüche, Verspannungen bis hin zu schweren
      Krankheiten.

      Die Fragen, die mir am Anfang sehr geholfen haben sind –
      Was will mir meine Wut sagen?
      In Bezug auf die Kinder, habe ich herausgefunden, war es
      Überforderung. Immer, wenn die Kinder meine Grenzen überschritten haben,
      wurde ich wütend. Das lag oft daran, dass ich z. B. zu wenig um Hilfe
      gebeten habe, zu wenig die Arbeit mit ihnen geteilt, zu wenig Schlaf
      hatte, mir zu wenig Pausen gegönnt habe…

      Finde heraus, was Deine „negativen“ Gefühle Dir sagen wollen und geh
      davon aus, dass sie Dich schützen wollen. Meine Wut ist ein Ausdruck
      dafür, meine Grenzen zu zeigen.
      Ich muss sie aber schon an anderer Stelle überschritten haben, damit
      sich das so aufstauen konnte. Verstehst Du?

      Dein Partner spiegelt Dir Deine fehlende Selbstliebe. Setz Dich
      an die erste Stelle in Deinem Leben und erforsche was Dir Freude
      bereitet, was Dich zum Leuchten bringt, was Dir Energie und Lebenslust
      bringt und schaffe Dir konsequent Raum dafür in Deinem Alltag.
      Es erfordert Mut, Hingabe und die Entscheidung in Deinem Leben wirklich
      etwas verändern zu wollen.

      Gehe wohlwollend und geduldig mit Dir vor.
      Ich kann Dir die Bücher „Heirate Dich selbst“ von Veit Lindau und
      „Befreiung durch Selbstliebe“ von Teal Swann sehr empfehlen.
      Du findest die Amazon Links dazu auf meiner Startseite

      Die Frage, die mir auch sehr weiter hilft, wenn ich vor
      Entscheidungen stehe ist: Was würde jemand tun, der sich selber liebt?
      Ich habe sofort Antworten, wenn ich sie mir stelle. Du auch?

      Ich hoffe ich konnte Dir ein paar Anregungen geben!
      Ach und noch sehr wichtig, versuche es bei Deinem Kind besser
      zu machen. Ich weiß, es ist schwer, ich betrachte die Wut
      meiner Kinder immer als Prüfung für mich, wie durchlässig ich dafür
      werden kann. Wenn ich meine eigene Wut zulasse und nicht
      verurteile, kann ich auch die Wut der Kinder ertragen…
      Alles Gute! Herzlich, Nicole

      • Miriam F. sagt

        Guter Ansatz.
        Ist eine Herausforderung. Aber wert, denk ich.

        Ich will es auch besser machen. Gerade deshalb weil ich aufgrund bestimmter Erziehung/Intoleranz etc so geworden bin wie ich bin. Nämlich unglücklich. Verkorkst. Wütend. Und beschämt.
        Das will ich auf keinen Fall für mein Kind. Das war mir klar. Da hab ich es noch in mir getragen.

        Eines versteh ich noch nicht ganz: Die Wut ist ein Ausdruck für Grenzüberschreitung.
        Wenn ich rasend wütend werde, soll ich mich fragen, was mir meine Wut damit sagen will? Heißt das, dass ich deswegen so eine tiefe Wut empfinde, weil ich irgendwo in mir selbst zu weit gegangen bin?? Wie kann ich selbst eine Grenze in mir überschreiten?
        Oder kann es sein, dass ich deswegen so eine Wut empfinde, weil ich von Kind an nie wirklich ernst genommen sogar hierarchisch unterdrückt wurde? Oft hab ich den Eindruck dass dies der Grund sein könnte.
        Aber dann schiebe ich ja die „Schuld“ weg von mir? Bin ich dann noch ehrlich?
        Das Thema Wut ist mir ein Hund

        • Nicole Paskow sagt

          Liebe Miriam,
          „das Thema Wut ist mir ein Hund“, ein interessanter Ausdruck, den
          hab ich noch nie gehört. 🙂

          Ich kann verstehen, dass Du die Wut nicht haben willst, aber sie ist
          im Moment ein Teil von Dir und es ist in Ordnung so.
          Je weniger Du sie haben willst, um so stärker wird sie.
          Betrachte sie mal wie ein Kind. Alle Kinder wollen gesehen werden,
          und werden um so lauter und frecher und wütender, je
          weniger Du sie beachtest und je stärker Du sie ablehnst.
          (es gibt wütende, laute und traurige, stille Kinder, in dem Fall hast Du
          ein wütendes Kind in Dir)
          Mit der inneren Grenzüberschreitung meine ich, dass Du irgendwann,
          irgendwo nicht auf Deine Gefühle gehört hast, oder hörst, die Dir
          immer sagen, wo Deine Grenzen sind. Wo hast Du etwas heruntergeschluckt,
          wo Du hättest gleich adäquat reagieren müssen? Wo hast Du Dir gesagt-
          ach, nicht so schlimm- aber es war doch ein Stich in Dir, den Du
          weggeschoben hast, um womöglich einem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

          Hast Du einen guten Kontakt zu Deinen Gefühlen, zu Deinem Körper?
          Bemerkst Du Deine Gefühle, die sofort auf alles reagieren?
          Und solche inneren Grenzüberschreitungen, wenn Du also nicht auf
          die Signale Deiner Gefühle geachtet hast, summieren sich zu einem
          großen Ausbruch an: Bis hier hin und nicht weiter! Das will
          ein Wutanfall ausdrücken. Nüchtern gesagt, rebelliert Dein System
          gegen etwas im Außen, was aber im Innen liegt. Es rebelliert
          dagegen, dass Du weiterhin Deine eigenen Grenzen überschreitest,
          indem Du anderen die Erlaubnis gibst, Deine Grenzen zu überschreiten.
          Ist das einigermaßen klar formuliert?
          Ach und zum Thema Schuld.

          Du bist nicht schuld an dem, was passiert ist. Ok?
          Kannst Du das annehmen? Du bist nicht schuld! Dinge geschehen,
          Deine Eltern haben so reagiert, wie sie es konnten. Sie wussten
          es nicht besser. Sie wurden selber so erzogen…Es lag und liegt
          nicht an Dir.

          Du bist aber verantwortlich dafür, ob die Vergangenheit
          weiterhin Deine Gegenwart beeinflusst.
          Kannst Du den Unterschied sehen?
          Akzeptiere Deine Vergangenheit. Sie ist geschehen und vorbei.
          Es ist Deine Vergangenheit, sie hat Dich bis hierhin geformt und Du
          hast mit Sicherheit auch tolle Qualitäten, die ohne Deine Vergangenheit
          auch nicht da wären.
          Aber ab jetzt nimmst DU das Zepter in die Hand und bestimmst die
          Richtung Deines Lebens. Beschäftige Dich mit Deinen Möglichkeiten,
          hol Dir Hilfe in Deiner Gegend. Es gibt viele Coaches, auch
          für kleineres Geld.

          Wut ist gut. Wut heißt, Du hast eine immense Kraft (Energie) in Dir, ist das
          nicht toll? Du kannst lernen, diese Kraft so zu kanalisieren, dass
          für alle etwas Gutes dabei entsteht. Du musst es nur wollen.

          Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!
          Herzlich, Nicole

  3. Kana sagt

    Ich finde es so schwierig, wenn mich Gedanken und Gefühle übermannen und ich wie gelähmt bin und nicht mehr am „normalen Leben“ teilhaben kann, mich nur noch ins Bett verkriechen möchte und mich zu nichts fähig fühle. Und draußen warten Aufgaben, die erledigt werden müssen, während ich in eine Starre falle. Aus dieser Tiefe auszusteigen fällt mir in den Momenten der Negativität und Hoffnunglosigkeit sehr schwer.

    • Nicole Paskow sagt

      Liebe Jana, das ist tatsächlich schwer, da brauchen wir uns
      nichts vorzumachen. Niemandem fällt es in solchen Momenten leicht
      in die andere Richtung zu sehen, und das ist auch nicht angebracht.
      Angebracht ist in diesen Augenblicken anzuerkennen, dass es Dir eben
      im Moment schlecht geht. Nimm es an und wehre Dich nicht dagegen.
      Der Widerstand gegen negative Gefühle verstärkt sie doppelt.

      Es stellt sich die Frage danach, was Du willst. Um mit diesen Gefühlen
      auf Dauer besser umgehen zu lernen ist es nötig, dass Du eine
      Bestandsaufnahme Deines Lebens machst. Willst Du ein besseres Leben?
      Das ist eine wichtige Frage, denn die Antwort entscheidet darüber,
      ob Du wirklich etwas ändern wirst. Es liegt
      ausschließlich in Deiner Macht.“Aufgaben, die erledigt werden wollen“,
      klingt nicht nach einem selbstbestimmten Leben.
      Frage Dich was Du willst, frage nach Deinen Möglichkeiten und nicht
      nach den Gründen, warum Du immer leiden musst…

      Erkenne die Situation, in der Du gerade steckst an, beschönige sie
      nicht, bade aber auch nicht in Deinem Unglück. Nimm es an, wie
      es ist. Und dann schreib Dir auf, was Du willst.
      Lass Dir Zeit mit der Frage, denke groß und sei ehrlich zu Dir selbst.
      Und dann überlege, wie Du diesem Wunsch mit kleinen Schritten
      entgegen gehen kannst.

      Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und Selbstrespekt für diese Aufgabe :-),
      herzlich, Nicole

      • Kana sagt

        Vielen Dank! Danke, dass du dir Zeit genommen hast. Anzuerkennen, dass es mir in diesem Moment eben schlecht geht. Das fühlt sich gut an. So halte ich nicht daran fest. Ich lasse es da sein. Mein erster Schritt für diese Aufgabe. Danke.

        • Nicole Paskow sagt

          Liebe Jana, ich freue mich, dass Du es so annehmen kannst. Das kann und will nicht Jeder.
          Schreib mir ruhig wieder wenn Du magst, gerne per Mail. Herzlich, Nicole

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