Radical-Blog

Emotionen: Die 2. Etappe auf dem Weg zurück zu Dir

Emotionen

In der ersten Etappe auf dem Weg zurück zu Dir, ging es darum Dir die
Verwirrung bewusst zu machen, die am Anfang des Weges zu  Dir selbst
völlig normal ist.

Du weißt noch nicht genau, was Du willst und wohin die Reise gehen
soll. Du bist unsicher und hast viele verwirrende Vorstellungen davon,
wer Du bist oder wer Du sein sollst.

Ich habe Dir geraten Dich von der Verwirrung weg, hin in Richtung
Klarheit zu orientieren. Dazu ist es nötig, dass Du in die Stille kommst.
Eine Körperreise, zu der Du hier auch nochmal Zugang erhältst,
hilft Dir dabei, diese Stille in Dir hervor zu rufen.

Radicalnow-Körperreise

Was hat es nun mit der zweiten Etappe, den Emotionen auf sich?

Etappe 2: Emotionen

Bist Du auch jemand, der es kaum aushält ein paar Minuten still zu
sitzen? Warum ist das so? Was passiert wenn wir still sitzen und
keine Ablenkung haben?

Genau. Es kommt alles hoch. Vielleicht noch nicht sofort.
Zuerst sind da die Gedanken, die scheinbar immer schneller werden.
Sie überschlagen sich und ziehen und zerren an Deiner Aufmerksamkeit.

Hier entscheidet sich schon, ob Du den Blick nach Innen ernst meinst,
oder nur gerne darüber nachdenkst. Das Geschnatter im Kopf, dass einem
jetzt erst so richtig bewusst wird, muss man erstmal aushalten.

Wenn Du Deine Aufmerksamkeit immer wieder zurück geholt hast,
ins Hier und Jetzt, wenn Du das ein paar Mal gemacht hast und
es schaffst mindestens 20 bis 30 Minuten still zu sitzen, dann wirst
Du Dir auf einmal, oder auch nach und nach, bewusster darüber,
was eigentlich in Deinem Leben so läuft.

Und dann kommen sie hoch, die Emotionen. Nicht selten ist es Wut.
Wut darüber, wie alles für Dich gelaufen ist, Wut auf Deine
Umstände. Wut auf Deine Eltern. Wut auf Dich selbst, weil Du es
nicht geschafft hast herauszufinden was Du willst, oder zu leben,
was Du willst. Weil Du zu träge bist oder zu unentschlossen oder
unsicher und schwach.

Ich verrate Dir was: Es ist ok! Super, wenn Dir das passiert, das heißt,
Du hast die nächste Schicht in Dir erreicht und durchlebst sie gerade.
Es gehört dazu.

Ich war wütend darauf, das mein Vater mich nie so wahr genommen hat,
wie ich es immer wollte.
Ich war wütend darauf, dass meine Mutter meistens mit sich selbst
beschäftigt war. Und wütend, dass ich damals mit 15, aus dem tollen Internat
geflogen bin, auf dem ich mich so wohl gefühlt habe und ins
irgendwo von einem Sprachgymnasium in ein Musikgymnasium
gesteckt wurde, ans andere Ende der Republik…das hat mich so
wütend gemacht!  Und noch vieles mehr…
Wie soll man unter solchen Umständen etwas aus  seinem
Leben machen?

Meine wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit:
Es ist ok. Lass die Wut da sein. Du musst sie sogar fühlen, damit sie
Dich später nicht mehr quält. Du darfst auf alles und jeden wütend sein,
erlaube es Dir.

Mein praktischer Tipp:
Geh so richtig rein, und gibs Dir dreckig. Ja, das meine ich ernst.
Sei aber mit Deiner Aufmerksamkeit voll wach und lass Dich nicht komplett
wegspülen von der Emotion.
Bemerke wo Du sie fühlst: Ich fühle die Wut zwischen Magen und Bauch.
Da braut sie sich wie ein Tornado zusammen.
Wenn Du auf dem Höhepunkt angelangt bist, versuche dabei:

♥ tief zu atmen
♥ Dich auf den Sitz der Emotion zu konzentrieren
♥ Zu sagen: Du darfst da sein (und es auch so meinen)
♥ zu fühlen, wie das starke Gefühl plötzlich immer schwächer wird,
ganz von selbst.

Das geht nicht sofort und Du musst es sicher ein paar Mal machen.
Oft gehen diese Emotionen auch mit der Verwirrung aus der ersten
Etappe einher.
Hier gilt es einfach aushalten! Da musst Du durch. Da führt kein Weg
dran vorbei. Bei einer Diät musst Du auch durchhalten,
das hier ist nichts anderes…

Du lernst dabei auch wacher zu bleiben, damit Dich Gefühle nicht mehr
vollständig überschwemmen können.

Es kann auch sein, dass keine direkte Wut kommt, sondern nur  ein ganz
diffuses Unwohlsein. Das ist dann besonders der Fall, wenn Du eher ein Mensch
bist, der von Schuldgefühlen geplagt wird und immer
alles auf sich nimmt, der sich selbst nicht wichtig nimmt und den
anderen Leuten immer den Vorzug lässt.
In dem Fall kannst Du auch diesen Text hier lesen, der viele Tipps im
Umgang mit dieser Haltung bereit hält.

Gerade Gefühle, die wir nicht haben wollen, die unsozial sind und egozentrisch
erscheinen, die schieben wir gerne weg. Als Kinder durften wir sie ja auch
schon nicht zeigen. Wenn wir wütend waren und getobt haben,
wurden wir dafür bestraft oder ausgeschimpft. Wie sollen wir da lernen,
dass alle Gefühle in uns, das ganze Paket wichtig ist für unsere Entwicklung?

Unsere Eltern haben es halt so gemacht, wie ihre Eltern und die wiederum
wie ihre. So spinnt sich die Spirale bis zu uns. Doch heute hat sich einges
geändert. Immer mehr Menschen erkennen, dass sie aus diesem Teufelskreis
ausbrechen können, indem sie sich selbst ansehen und wieder zurück zu ihrem
Ursprung finden. Finde zurück zu Deiner Wildheit, in die menschliche Urfassung
Deiner selbst.

Schon Vera F. Birkenbihl, die große Lady des Selbstcoaching, hat gesagt,
dass zwischen Deiner Geburt und der besten Version von Dir als Homo Sapiens,
Deine Erziehung liegt.
Also geht es darum alles verdrängte in Dir, alles abgespaltene in Dir wieder
hochzufühlen. Es wieder anzusehen, damit es sich jetzt ausdrücken kann, im
Gegensatz zu früher, und es dann sanft gehen zu lassen.

Eine schwierige Sache, aber nicht unmöglich und sowieso unumgänglich,
wenn Du in die Akzeptanz Deines Lebens kommen willst.

Also pack es einfach an!

Zur Unterstützung schenke ich Dir heute eine Meditation von Veit Lindau,
der sie vorher auch schon an mich und (100.000 andere ;-)) verschenkt hat.

Lass mich doch von Deinen Fortschritten wissen. Wie gehst Du mit der Wut in
Dir um? Ich freue mich über Kommentare, und wenn Du Dich hier einbringst.

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Hier gehts zum 3. Teil – Schmerz: die 3. Etappe auf dem Weg zurück zu Dir.

Bis dahin, bleib jetzt, bleib radical now und erfülle Dein Leben…

Deine Nicole

 

 

 

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