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Selbstfürsorge: Wie gehst Du mit Dir um?

Selbstfürsorge

Wie gut kannst Du für Dich sorgen? Ist Dir Selbstfürsorge ein Begriff?
Bist Du Dir ein guter Freund?  Bist Du jemand, der sich am Abend vorher alles
benötigte für den nächsten Morgen rauslegt, oder rennst Du bereits früh am
Morgen hektisch zwischen Bad und Schlafzimmer hin und her und schaffst  Dir
damit gleich einen nervösen Einstieg in den Tag?

Achtest Du auf Deine Gesundheit und kümmerst Du Dich darum, Dir Dein
Essen nach der Energie, die es Dir liefert auszusuchen, oder ausschließlich
nach Geschmack?

Fällt es Dir schwer auf Dich zu achten und gerätst Du oft unter Stress
und Hektik? Wie steht es um Deine Gedanken? Glaubst Du Dir selber alles, was
Du  Dir so am Tag erzählst? Glaubst Du Dir die negativen Gedanken, die Du
täglich denkst?

Ich habe den Namen Byron Katie schon länger im Kopf, doch mich noch nie
für Ihre Arbeit interessiert. Kürzlich bin ich jedoch darüber gestolpert und
habe „The Work“ für mich ausprobiert. Ich war hoch erstaunt, wie schnell
dieses Konzept der Selbstfürsorge wirkt und welche sofortige Veränderung
der Perspektive es erlaubt.

Ich will Dir hier davon erzählen, wie wichtig Selbstfürsorge für Dein Leben
ist und wie gut Byron Katies Ansatz Dir dabei helfen kann.

Die simple Wahrheit über Stress

Stress entsteht dann, wenn wir ein Problem mit der Wirklichkeit haben.
Immer dann, wenn eine Diskrepanz zwischen dem was ist und dem was wir
wollen da ist, meinen wir ein Problem zu haben und geraten unter Stress.

Ich lag kürzlich eine ganze Woche mit Grippe im Bett. Ich konnte gar nichts
tun. Mich um nichts und niemanden kümmern. Und das hat mich sehr geärgert.
Ich war also krank und wollte es nicht sein. Das Problem war nicht, dass ich krank
war, sondern, dass ich es nicht sein wollte.
Mir ging es erst besser, als ich meinen Zustand akzeptierte und mich in den
„Zwangsurlaub“ fügte.

Stress entsteht auch, wenn wir von anderen Menschen erwarten, sie sollten sich
um unser Wohlbefinden kümmern oder sich in einer von uns gewünschten
Weise verhalten. Das geht selten gut.

Wenn wir den Anspruch an uns stellen frei sein zu wollen und so selbstbestimmt
wie möglich zu leben, müssen wir uns um uns selber kümmern.
Selbstfürsorge ist der Königsweg in die Freiheit und Unabhängigkeit. Das bedeutet,
wir müssen unsere Bedürfnisse, Absichten und Interessen klar erkennen und
danach handeln.  Es ist wichtig, herauszufinden welche für uns die richtige
Mischung aus Anpassung und Abgrenzung an und zu den Geschehnissen des
Alltags ist.

Das was uns davon abhält im Reinen mit uns und der Welt zu sein, ist nichts
als ein Gedanke, der im Gegensatz zur Wirklichkeit steht.

„Ich entdeckte, dass ich litt, wenn ich meinen Gedanken glaubte, aber dass ich
nicht litt, wenn ich ihnen nicht glaubte und dass dies für jedes menschliche Wesen
wahr ist.“, hatte Byron Katie erkannt.

Wenn wir nicht glücklich sind, stehen wir uns selber im Weg. Ganz klar und
unmissverständlich. Es ist nicht die Aufgabe anderer Menschen für uns zu
sorgen, es ist unsere eigene, das müssen wir akzeptieren. Ansonsten haben wir
schlicht keine Chance auf ein Leben in Frieden.

In Wahrheit sind andere Menschen ein Spiegel für uns, der exakt aufdeckt
wo unsere Mängel sind. Immer wenn wir denken: „Mein Partner sollte doch oder
meine Mutter müsste, oder jemand anderes könnte doch…“ sagt das genau
darüber etwas aus, wo wir im Moment schlecht für uns sorgen.

Doch wie geht Selbstfürsorge? Was musst Du da konkret tun?

„Du musst Dich nicht ändern, Du musst Dich
nur lieben wie Du bist“

schlägt die Bestsellerautorin vor. Du bist Jemand, genau wie andere
auch. Warum solltest Du also nicht Du selbst sein wollen und es genießen
die oder der zu sein, die oder der Du sowieso bist? Eine wunderbare Sache.

Dich selbst zu akzeptieren, ist die Voraussetzung dafür, das Leben und auch
andere Menschen zu akzeptieren. Das ist, zugegeben, die schwerste Übung.
Sie sind ja oftmals da, die Krankheiten, die uns hilflos machen, die
Beziehungen, die uns überfordern, statt zu stärken, die Jobs und Chefs, die
uns nerven und  ärgern…Byron Katie legt uns dennoch ans Herz alle
Gegebenheiten zu akzeptieren. Sie möchte uns dazu einladen, im Namen
der Selbstfürsorge, unsere Widerstände genauer anzusehen.
Wir sollen tiefer gehen und nach den Ursachen suchen, die bei uns Schmerz,
Groll, Kummer und Sorgen auslösen. Die Welt ist ein Spiegel des Geistes.
Alles, von dem wir glauben, dass andere es uns geben können, ist in
Wirklichkeit in uns.

Die vier Fragen von Byron Katie ermöglichen es, unseren eigenen Bedürfnissen
auf den Grund zu gehen.

Wann immer Du einen Widersand in Dir spürst, kannst Du ihn Dir mit
den folgenden Fragen näher ansehen. Ein solcher Widerstand, der uns
häufig daran hindert wirklich zu tun, was wir wollen ist der Satz:
„Ich bin nicht gut genug.“ Ich finde, das ist ein starker Satz, der viel im
Inneren auslöst. Zumindest bei mir. Wenn Du mit „The Work“ arbeitest,
solltest Du Dir einen starken Satz wählen, bei dem Du viel spürst, der Dich
richtig stresst, denn es funkioniert am Besten, wenn Du wirklich betroffen bist.

Suche Dir nun eine Situation aus, in der Du diesen Satz gehört oder
gedacht hast. Bleibe bei dieser einen Situation und schreibe den Satz auf.
Gehe nun entweder alleine durch die vier Fragen oder suche Dir
einen Begleiter, der das für Dich übernimmt. Du kannst nichts falsch
machen. Sei einfach nur ehrlich und erwarte am besten nichts.

Die erste Frage, die sich nun stellt heißt:
1. Ist das wirklich wahr?
Stimmt dieser Satz tatsächlich? Ja, oder nein? Spüre in Dich hinein und
überpüfe, wie sehr Du diesen Gedanken glaubst. Nimm Dir Zeit für
diese Frage, es geht darum tief in Dir zu entdecken, was wahr ist.
Die Antwort ist entweder Ja oder Nein. (Bei Nein folgt die 3. Frage).

2. Kann ich mit Sicherheit wissen, dass es wahr ist?
Wenn bei der ersten Frage ein Ja aufgetaucht ist, wenn Du also den
Satz: Ich bin nicht gut genug, als wahr empfindest, dann frage Dich
nun nochmal genauer: Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen,
dass das wahr ist?
Es geht darum Deine Welt zu erleben, wie sie wirklich ist. Das schenkt
Dir Erkenntnisse, die Dein Leben verändern können. Es gibt kein
richtig und falsch, es gibt nur Dein Empfinden.

3. Wie reagierst du, was passiert, wenn Du diesen
Gedanken glaubst?

Spüre in Dich hinein, was fühlst Du wo in Deinem Körper, wenn
Du den Satz: Ich bin nicht gut genug, laut sagst? Was macht dieser
Gedanke mit Dir, wenn Du ihn glaubst. In welche Wirklichkeit
katapultiert er Dich, welche Welt erschaffst Du Dir damit?
Entstehen innere Bilder? Weitere Gedanken? Gefühle?

Mit unseren Gedanken erschaffen wir uns eine Welt, die gar nicht
existiert. Du wirst merken, dass Du vor dem Gedanken ruhig und
heiter warst. Dein Verstand war ruhig und aufmerksam. Das
ist ein Hinweis darauf, wer Du ohne Deine Geschichte bist.

4. Wer wärest Du ohne diesen Gedanken?

Stell Dir vor, Du könntest den Satz: Ich bin nicht gut genug,
gar nicht denken. Er existiert nicht. Du kannst Dir auch vorstellen,
ihn aus Deinem Kopf herauszuziehen und vor Dich hinzulegen.
Von dort kannst Du ihn Dir jeder Zeit wieder holen, wenn Du magst.

Doch versuche mal einen Moment ohne ihn zu sein. Wer wärst Du
dann? Welcher Mensch wärst du ohne den Gedanken nicht gut genug
zu sein? Wie fühlst Du Dich? Was siehst Du? Was machst Du?

Viele können sich ihr Leben ohne ihren Glaubenssatz oder ihr Problem
nicht vorstellen. Wir geht es Dir? Wer wärst Du, frei von diesem Satz?

Lass Dir auch dabei viel Zeit, um wirklich hinein zu gehen.

Nun wollen wir noch zwei Umkehrungen vornehmen.

Die erste Umkehrung ins Gegenteil, bezogen auf unseren Satz
würde heißen: Ich bin gut genug.

Wie fühlt sich das für Dich an? Finde noch drei konkrete, echte Beispiele,
möglichst bezogen auf Deine konkrete Situation, die diesen Satz genau so
wahr machen könnten, wie das Gegenteil davon.

Die zweite Umkehrung in „mein Denken“:
Aus „Ich bin nicht gut genug“, wird:
„Mein Denken über mich ist nicht gut genug.“

Wie fühlt sich dieser Satz an? Finde auch hier noch mindestens drei
Beispiele, die diesen Satz untermauern könnten.
Es geht darum eine Distanz zu spüren zwischen Dir und dem Satz.
Du sollst merken, dass Du nicht dieser Satz bist, sondern, dass es
Dein Denken ist, das diesen Satz denkt. Nicht Du selbst.
Das ist das ganze Geheimnis.

Wir denken zwischen 50 000 und 90 000 Gedanken am Tag.
Vieles davon ist Routine. Wir denken die meisten Gedanken jeden
Tag, so wie unser Leben jeden Tag auf eine ähnliche Weise
vonstatten geht. Kritisch wird es, wenn wir unseren Gedanken
unbedingten Glauben schenken. Denn das bestimmt unsere
Wirklichkeit.
Wenn wir es schaffen, eine Distanz zwischen uns und unseren
Gedanken herzustellen, können wir wählen, was wir denken
wollen über uns und was nicht. Das ist die Freiheit, die wir haben.

„The Work“ heißt so, weil es tatsächlich Arbeit ist, seine Überzeugungen,
die nichts anderes sind, als eingeschliffene Gedanken, zu hinterfragen.
Doch es lohnt sich. Wenn Du einmal die Tür zu dieser Dimension
aufgeschlagen hast, ist Selbstfürsorge im Sinne von Gedankenhygiene
(ein furchtbares Wort, ich weiß), kein Unding mehr für Dich und
verschafft Dir ein schöneres Leben.

Es lebt sich fröhlicher und leichter, wenn Du Dir nicht alles glaubst,
was Du Dir den lieben langen Tag über Dich erzählst:
Ich kann das nicht, dafür bin ich zu blöd, ich darf das nicht,
ich muss alles richtig machen, ich darf mir keine Fehler erlauben,
ich muss immer aufpassen, ich darf nichts wollen…

Denkmuster sind zum größten Teil „Programme“, die aus unserer
Vergangenheit kommen, die früher ihre Berechtigung hatten, doch
heute oftmals nicht mehr. „The Work“ kann Dir helfen solche
Programme aufzulösen und freier und unbeschwerter zu leben.

Hier findest Du weitergehende Informationen: www.the work.de

Bücher von Byron Katie sind zum Beispiel:
„Lieben was ist.“, oder „Wer wäre ich ohne mein Drama“.

Ich wünsche Dir viel Entdeckerfreude beim leben Deiner Selbstfürsorge und
dem Auflösen von alten, störenden Mustern.

In Verbundenheit, Nicole

 

 

 

 

 

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