Ich spüre meine Finger auf der Tastatur. Ich liebe dieses Klacken,
wenn die Fingerkuppen blind ihren Weg zu den richtigen Buchstaben
finden. Das Fenster steht offen und Wind fegt herein. Er weht mir die
Haare ins Gesicht und will mich ablenken. Mein Atem geht
ruhig und ich spüre mein Lächeln.

Ich tauche ein in mich selbst. Was heißt es, am Leben zu sein?
Es ist eine dieser Fragen, die ich mein Leben lang im Gepäck habe.
Immer wieder mal packe ich sie aus, um die Antworten zu
überprüfen, die auf diese Frage hin auftauchen. Verändern sie sich?
Im Grunde nicht. Egal, wie sich die Worte zusammensetzen, es geht
immer nur darum, mich selbst zu spüren. Das, was in mir vorgeht
auch wahrzunehmen.

Die Vorstellungen, wie Etwas zu sein
hat, machen uns unglücklich

Damit zu sein. Und es durch mich durch ziehen zu lassen. Ich spreche
mit so vielen Menschen und im Alltag wird  klar, dass die meisten sich
nicht selbst erleben, sondern das, was sie glauben, erleben zu müssen.
Mir ging es genau so. Voller Zweifel an mir und voller Vorstellungen,
wie das Leben zu sein hat, litt ich unter den daraus resultierenden
Empfindungen.

Ohne mir einmal klar zu machen, dass ich bei diesem Prozess auf
Schlittschuhen Pirouetten drehe und nicht erkenne, dass unter
der mentalen Eisschicht die Wahrheit über mich liegt und wartet,
dass ich in sie eintauche.

Hier kannst Du ein Coachingvideo sehen, in dem ich über meine
Selbstzweifel spreche und meinen Prozess verfolgen, der mich
zu mehr Vertrauen führt.

Wie bist Du wirklich?

Ich darf so sein, wie ich bin. Du darfst so sein, wie Du bist. Doch wie
bist Du? Wie bin ich? Wäre es nicht spannend, das herauszufinden?
Jenseits der alten Geschichten, die wir uns ständig aufs Neu erzählen?

Mein Vater hat mich nie so beachtet, wie ich es mir gewünscht habe…
Ich musste immer um seine Liebe kämpfen. Und meine Mutter war auch
nie wirklich anwesend. ..Mein Großvater hat immer und meine Tanten
wollten dass ich…und Du hattest es sicher auch nicht leicht…

Und schlecht gehts Dir gerade, weil der Soundso wieder Diesunddas
und das verträgst Du überhaupt nicht, weil Du so sensibel …und überhaupt,
kann es nicht einmal so laufen, wie Du es gerne hättest?

Klappen wir die Bücher zu!

Wie wäre es, wenn Du Dir erlaubst ein einziges Mal, diese Geschichten
ruhen zu lassen, das Buch zuzuklappen und es in ein Regal zu stellen?
Wir wäre es, wenn wir uns begegnen könnten, wie Menschen,
ohne Geschichten, die sich ganz neu begegnen und keine Ahnung haben,
wie sie jetzt, in diesem Augenblick sind? Wenn wir uns erlauben würden
uns gegenseitig zu entdecken, ohne Filter, ohne Maske, ohne

Ver – und Vorstellung.

Du erzählst mir nicht, wie Du normalerweise bist und ich erzähle Dir nicht,
wer ich im Alltag so bin.

Wir sehen uns an und warten ab, was passiert. Wir lassen den mentalen
Film, der sich einstellt unangetastet und bleiben so entspannt wie möglich.
Wenn wir schweigen, dann schweigen wir.

Sei unsicher, sei wütend, sei fröhlich,
sei traurig!

Wenn da Unsicherheit ist, dann ist da Unsicherheit, wenn da Lachen ist,
dann ist da Lachen. Vielleicht kommt Weinen, vielleicht kommt Liebe,
vielleicht kommen Ärger und Wut…vielleicht kommt gar nichts.

Wir spüren aber das, was gerade da ist und nicht etwas, das wir konstruieren,
um nicht das zu spüren, was gerade da ist, weil es unberechenbar ist
und uns Angst macht.

Ich möchte dem Leben begegnen wie es ist und nicht, wie ich will, dass es ist.
Denn ich weiß schon, was dann passiert. Ich bin enttäuscht und stelle mir
etwas 
Schöneres vor…glaube irgendwelchen Versprechungen und habe
wieder neue Hoffnung, die wieder eine neue Vorstellung von Leben ist und
so weiter bis in alle Ewigkeit. 

Die pure Lebendigkeit

Es ist Zeit für Natürlichkeit. Es ist Zeit für das Echte. Es ist Zeit für das Leben,
wie es ist. Aber dafür brauchen wir Mut und Vertrauen. Dann würden wir eventuell feststellen, dass gar nicht feststeht wie wir sind, dann würden wir eventuell feststellen, dass gar nichts fest steht, worauf wir stehen.

Dann könnten wir das Eis erkennen, auf dem wir Pirouetten drehen und wir würden augenblicklich einbrechen in das Leben wie es ist und spüren, dass nicht Kälte und Ertrinken uns erwarten, sondern die pure Lebendigkeit.

 

 

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