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Vom Suchen und Finden unseres wahren Selbst


Wir sind so geschäftig. Ständig in Bewegung. Wir gehen immer irgendwohin. Zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Besuch, ins Restaurant, ins Internet oder greifen zum Handy. Wir sind unterwegs zu unseren Freunden, den Kindern, den Partnern, in den Urlaub, zu den Dingen, die uns beschäftigen, unseren Sorgen, Nöten, Ängsten, Hoffnungen…

Nie sind wir zufrieden, immer hinter etwas her, suchen, sind unruhig. Wir sind nie im Einklang mit uns selbst, irgendetwas reicht einfach nicht, ist nie genug. Es ist nie genug Geld da, nie genug Liebe, nie genug Anerkennung, nie genug bei sich selbst sein.

Es scheint mir ein tiefes menschliches Dilemma zu sein, dass wir uns immer nach etwas sehnen, das wo anders ist, und so selten das wertschätzen können, was genau hier ist. Das, was hier ist scheint so viel weniger wert, so viel weniger interessant, so viel geringer zu sein als das, was wo anders ist. Deshalb scheint es auch so wenig Sinn zu machen, hier nachzusehen, als wo anders.

Du kannst hier nichts finden, wenn Du dort drüben suchst

Alle spirituellen Traditionen weisen uns auf ihre jeweilige Art darauf hin, dass unsere wahre Natur, das unkonditionierte Bewusstsein, unser Wesentliches, nur in uns selbst zu finden ist.

Deshalb können wir niemals zu uns selbst finden, wenn wir von uns weggehen. Diese wahre Natur, sollte sich wie etwas Schönes anfühlen, etwas Großes, Liebevolles, Starkes, Freies.

Aber so fühlen wir uns nicht. Deshalb suchen wir wo anders danach. Wir sind ja noch nicht da, an diesem wunderbaren Ort, bei uns selbst, unserer Natur, in der Liebe …  Deshalb suchen wir danach und begeben uns auf die verschiedensten Wege, versuchen die unterschiedlichsten Techniken, um uns zu finden, um uns wirklich zu spüren, wirklich zu erleben, direkt und unmittelbar.

Ist da wo Du bist auch da, wo Du sein solltest?

Aber all diese Techniken und Wege beinhalten ganz versteckt, dass da, wo wir sind, nicht da ist, wo wir sein sollten. Wir haben Vorstellungen davon, wie es ist in der Kraft, in der Freiheit, in der Liebe und in der Einheit zu sein. Wir haben Idealbilder, denen wir folgen und diese Vorstellungen trennen uns von unserer gegenwärtigen Erfahrung, die dem Ideal eben nicht entspricht. Sie verhindern hier und jetzt, da, wo wir sind, tiefe Einsichten zu bekommen und wirkliche Erfahrungen zu machen. Weil wir hier nichts vorfinden, so lange wir glauben wo anders finden zu können, wonach wir suchen.

Das Verrückte ist, dass so wenige bereit sind zu glauben, dass sie sich nicht verändern müssen, um sich zu finden und dass es gar nicht nötig ist, sich von hier weg zu bewegen, um tiefer zu gehen. Dass wirkliche Einsicht erst dann geschieht, wenn wir uns nicht mehr vergleichen mit anderen, wenn wir aufhören irgendwelchen Bildern hinterher zu jagen, die wir unreflektiert übernommen haben, weil XY, der es ja schon weiß, der es ja schon ist – es so gesagt oder geschrieben hat.

So lange es Dir darum geht einer Anleitung zu folgen, einem Weg, der Dich zu Dir bringen soll, so lange Du eine Vorstellung vom Ziel hast, wirst Du nirgends ankommen. Geschweige denn in Dir.

Herauszufinden, was es bedeutet Hier und Jetzt und als Du selbst anwesend zu sein, schließt alle Möglichkeiten ein Dich zu erfahren. Unsere wahre Natur beinhaltet alle möglichen Zustände, nicht nur einen.

Wie fühlt es sich an, genau jetzt?

Im Grunde geht es um die einfachste mögliche Erfahrung die man machen kann. Hier und jetzt genau der oder die zu sein, der oder die man ist. Ohne irgendeine innere Bewegung weg von dieser Erfahrung. Ohne Rechtfertigung, ohne Erklärung, ohne Urteil. Ohne Suche und Sehnsucht. Wie fühlt es sich an? Genau jetzt? Immer wieder genau jetzt? Nicht – wie sollte es sich anfühlen? Wie wäre es besser? Wie wäre es nützlicher, für alle angenehmer, einfacher, unkomplizierter zu empfinden?

Wir glauben wir müssten uns formen, uns zurechtbiegen, um zu funktionieren, um gesellschaftsfähig zu sein, wir müssten unsere inneren Regungen abfedern, umdeuten, in benutzerfreundliche Kanäle lenken und sehen nicht, wie weit wir uns dafür von uns selbst wegbewegen. Es ist die Angst ausgestoßen zu werden, allein zu sein und unterzugehen, wenn wir uns so zeigen, wie wir wirklich sind. Deshalb fühlt sich das Leben so anstrengend an, weil wir permanent Widerstand leisten gegen unsere tatsächlichen Empfindungen und Erfahrungen.

So zu sein wie wir sind, heißt nicht zwangsläufig klar und gelassen, liebend und mitfühlend zu sein. So zu sein wie wir sind heißt genau das: So zu sein, wie wir sind. Mit all unseren menschlichen Schwächen und Fehlern. Es bedeutet aber auch sich auf eine liebevolle und respektvolle Art bewusst zu werden was das bedeutet.

Wir entspannen uns, wenn wir aufhören uns zu manipulieren

Es ist ein Prozess sich auf sich selbst einzulassen. Ein Prozess, der uns die vielen Hindernisse erkennen lässt, die jenes zulassende Gewahrsein behindern, das uns unsere Wahrhaftigkeit offenlegt, die einfache Wertschätzung dessen, wo wir uns befinden. Im Bewusstwerden dieser speziellen Hindernisse, erkennen wir die Glaubensmuster, die unsere Realität erschaffen, die Überzeugungen, die wir uns gegenüber hegen. Wenn dieses Verständnis den Überzeugungen weicht, werden diese Glaubensmuster instabil, sie verlieren ihre Beweglichkeit und Kraft. Und wir erahnen immer mehr, wer wir in Wirklichkeit sind.

Wir erspüren immer mehr die wundervolle Qualität dessen uns selbst in Frieden zu lassen und all die inneren Aktivitäten zu beenden, mit denen wir uns in unser inneres Erleben einmischen. Wir entspannen uns tief in uns selbst hinein, wenn wir aufhören unsere Empfindungen und Erfahrungen auf irgendeine Art lenken zu wollen. Dann spüren wir auch den Widerstand dagegen, der aus der Angst heraus erfolgt, so, wie wir sind, nicht richtig zu sein und wir erkennen, wie wir uns in den Vorstellungen der Konsequenzen, die daraus folgen, verlieren.

Die Entspannung lässt uns aufhören uns zu verteidigen und zu verstecken und in dieser Ruhe können wir ganz einfach sein, bewusst und lebendig.

Indem wir einfach nur sind, erkennen wir die innewohnende Natur unseres Seins. Wir erkennen, dass dieses Sein vertrauenswürdig, intelligent, selbstorganisiert und vital ist. Diese Erkenntnis wird zum Fundament der Veränderung, es enthüllt uns immer tiefere Wahrheiten und wandelt unser Bewusstsein. Wir erkennen, dass was wir sind, immer hier ist, dass es sich in unserer Erfahrung versteckt und darauf wartet entdeckt zu werden. Die Entdeckung geschieht, wenn wir uns dem öffnen, was es bedeutet hier zu sein, wo wir sind. Wenn wir uns erlauben bei der aktuellen Erfahrung zu bleiben, sie nicht verändern zu wollen, sie nicht zu manipulieren, irgendetwas damit zu tun oder sie wo anders zu suchen.

Damit geben wir uns die Chance uns real zu fühlen, echt, direkt und wahrhaftig. Der Weg führt nicht von Dir weg. Du bist der Weg.

Wenn Du Begleitung suchst bei diesem waghalsigen, intimen, oft schwierigen
aber lohnenswerten Prozess, bin ich gerne für Dich da.

Wie erfährst Du hier: Radical You

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Warum der Selbstzweifel ein Irrtum ist, erfährst Du Hier.

In Verbundenheit, Nicole

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7 Kommentare

  1. Soren sagt

    Sehr schöner Text, danke. Was ich nicht verstehe ist, warum Du und unzählige andere „Sucher“ immer noch den Drang verspürt eure Erkenntnisse (welche ja im Kern immer dieselben sind) immerwährend wiederzukäuen.
    Solch eine Erfahrung wie im Text beschrieben wirklich verinnerlicht zu haben befreit doch vom Mitteilungsbedürfnis, der Sehnsucht nach Anerkennung von Aussen. Für mich sind diese Spiriergüsse in der Absicht genau dasselbe wie
    z.B. Fitness- oder andere Social Mediablogs.
    Warum nicht erkennen, geniessen, bewusst leben, in Frieden mit sich sein ohne dieses entlarvende Sendungsbewusstsein?
    In Liebe
    Soren

    • Nicole Paskow sagt

      Schön, Sören, wenn Dir der Text gefällt. Um auf Deine Frage zu antworten:
      Weil jeder, der sich selbst entdeckt etwas anderes entdeckt. Der eine entdeckt, dass er gerne
      genießt, bewusst lebt, in Frieden mit sich ist und der andere, dass er es gerne mitteilt,
      weil er es mitteilen will. Weil es Freude macht zu formulieren, weil es sich gut anfühlt.
      Weil das eine Art genießen ist. Warum sollte jedes Mitteilen ein Heischen um Anerkennung sein?
      Warum kann es nicht einfach eine Sendung sein, weil hier etwas gesendet wird.

      Es gibt Menschen, die werden davon inspiriert und das ist schön. Andere empfangen die Sendung
      eben nicht. Das ist auch gut. Die empfangen andere Sendungen. Jeder, der die „im Kern immer selben
      Erkenntnisse erfährt“, formuliert sie anders und gibt so der Vielfalt der Erfahrung Raum.
      Ich liebe das. Das Leben feiert sich auf Myriaden unterschiedliche Arten. Durch Musik, Malerei,
      durch das Wort, den Tanz und durch einfaches Sein und was auch immer es noch für Möglichkeiten gibt.

      Ich feiere es durch meine Worte.

      • Manfred Kempf sagt

        Deine Antwort hat mir gefallen und auch gut getan.
        Ohne Verletzung, ohne Rechtfertigung, darlegend, erklärend, ehrlich, wertschätzend.
        In Übereinstimmung mit dem, was du in deinen Beiträgen vermittelst.
        Voller Ermunterung
        Manfred

  2. Christoph sagt

    Hallo Nicole,

    Vielen Dank, dass Du Deine Einsichten mit anderen teilst. Deine Texte sind erhellend, befreiend und – so empfinde ich es – mit sehr viel Liebe geschrieben.

    Ich finde es wichtig, dass man immer wieder neue Wege und Einsichten kennenlernt, mit denen man der „Wahrheit“ ein Stück näherkommen kann (neue Sichtweisen und neue Blickwinkel dadurch entdeckt); Deine „Hinweise“ fallen bei mir in dieser Hinsicht auf fruchtbaren Boden.

    Ich habe Deine Seite gestern erst entdeckt, und ich freue mich jetzt schon auf jede neue Zeile von Dir.

    Liebe Gruesse
    Christoph

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