Alle Artikel in: Radical-Blog

Hier stehen Texte, die meine Erfahrungen und Gedanken widerspiegeln

Ich bin zu nichts nütze – Befreiung aus dem Darstellungszwang

Du bist zu nichts nütze. Diese Erkenntnis kann Dich entweder in eine Depression treiben oder befreien. Depressiv werden wir, wenn wir diesem Satz volle Bedeutung schenken, indem wir uns mit anderen vergleichen, die in dieser Welt scheinbar viel nützlicher mit ihren Fähigkeiten und Gaben sind, als wir. Dann füllen wir unseren Innenraum vollkommen aus mit dieser Bedeutung. Als Ergebnis dieser schwächenden Gedanken, werden wir uns völlig nutzlos fühlen und zu spüren bekommen, wie sich das anfühlt: Blockierend, eng, dicht, traurig, verloren, unsicher, vernichtend. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mich nutzlos gefühlt habe, weil meine Interessen und Befähigungen so gar nichts mit den Anforderungen der äußeren Welt zu tun haben. Ich hielt es nie lange durch Dinge zu tun, die mir nicht entsprachen, die ich nur tat, um damit Geld zu verdienen. So kam es immer wieder zu dem Empfinden, nicht in diese Welt zu passen. So lange, bis ich diese Vorstellung hinterfragt habe. Die Vorstellung von Nützlichkeit. Die meisten Menschen tun Dinge, die sie nicht tun wollen, weil sie glauben, dass das, …

Du bist der Gastgeber Deiner Limitierungen

Das Gefühl man selbst zu sein, ist so zentral und tief, dass es einem Schock gleichen kann, wenn man herausfindet, was es bedeutet, an einem Ich anzuhaften, das nicht das wahre Ich sein soll. Wenn man überhaupt herausfindet, dass „man“ an „sich“ anhaftet. Denn wie kann es sein, dass ich an mir klebe? Wer ist „Ich“ und wer ist „mir“? Bin ich etwa zwei? Diese Frage ist so groß, so tief und so schön … Herauszufinden, dass das, worunter ich leide nicht das ist, was ich bin, gleicht dem Aufgehen einer Sonne, die noch nie zuvor gesehen wurde. Ich leide, im Grunde, unter den Gedanken über mich selbst. Ich denke mich klein, ich denke mich schwach, ich denke mich minderwertig, unzulänglich und falsch. Und dieses Denken halte ich zutiefst für mich selbst. Darin erkenne ich nicht, dass ich die Erlebende dieser gedanklichen Auswirkungen bin. Ich erlebe, was ich über mich denke Ich erlebe, was ich über mich denke. So fühlt es sich an, was ich über mich denke … Und ich erlebe, dass ich diesem …

Das Mysterium des Glücks: Befreite Anwesenheit

Es kann nicht mehr darum gehen, immer und immer wieder die Geschichte zu bestätigen, die Du als Dich selbst erfährst. Niemand ist kompetent genug, Licht in das System zu bringen, als das Du Dich erfährst. Denn das erfährst nur Du, niemand sonst. Mir geht es immer mehr darum, Dich darauf hinzuweisen, dass Du mehr bist als die Geschichte, als die Du Dich ereignest. Du bist das, worin diese Geschichte auftaucht. Du bist das, was sich durch diese Geschichte erfährt. Du bist nicht nur das, was Du als Dich kennst: Das Problemfeld. Die Ängste, Sorgen, Nöte. Die Freude, wenn die Ängste mal nicht da sind, die Entspannung, sobald mal kein Druck da ist. Die Gedanken, die Dir erzählen, wer Du bist. Das ist die Geschichte, das ist die Eingrenzung, der Rahmen, in dem Du Dich bewegst. Aber dieser Rahmen wird erlebt. Und dieses, was erlebt, ist unbegrenzt. Es ist das Erleben an sich, das Du bist. Dieser Perspektivwechsel ist es, um den es mir geht. Nur dieser Perspektivwechsel lässt Dich da ankommen, wo Du schon bist: …

Die Sucht nach Emotionen und Zuständen

Wir nehmen uns wahr als das, was wir denken und fühlen und verlieren uns darin.
Freiheit beginnt für mich in dem Moment, wo ich erfahren kann, dass meine Gefühle
Filter sind, durch die ich sehe. Es sind bunte Brillen, die ich mir auf die Nase setze.
Warum setze ich sie mir auf?
Weil ich sie für mich selbst halte. Dieser Prozess geht so schnell, dass er nicht wahrnehmbar ist.
Die Bewusstheit in mir sieht durch den Filter und verschmilzt augenblicklich mit ihm.
Das ist Identifikation. Der Bewusstheit  fehlt die Kraft. Emotionen haben Kraft,
weil sie, sobald wir das Licht der Welt erblicken, kultiviert werden.
Das, was ihnen jedoch zugrunde liegt, bleibt den meisten Menschen verborgen.

Vom Suchen und Finden unseres wahren Selbst

Im Grunde geht es um die einfachste mögliche Erfahrung die man machen kann.
Hier und jetzt genau der oder die zu sein, der oder die man ist. Ohne irgendeine innere Bewegung weg
von dieser Erfahrung. Ohne Rechtfertigung, ohne Erklärung, ohne Urteil. Ohne Suche und Sehnsucht.
Wie fühlt es sich an? Genau jetzt? Immer wieder genau jetzt? Nicht – wie sollte es sich anfühlen?
Wie wäre es besser? Wie wäre es nützlicher, für alle angenehmer, einfacher, unkomplizierter zu empfinden?

Leiden auf dem Dorfplatz der Meinungen

Wenn mein Körper gesund ist, spüre ich ihn in der Regel nicht. Das ist gut eingerichtet von der Natur, denn so steht er mir als stilles und feingestimmtes Instrument zur Verfügung, um das Leben in Erfahrung zu bringen. Als vollkommener Resonanzkörper informiert er mich über alles, was durch die Sinne als Wahrnehmung in ihn hineinreicht. Meine Hände, Füße, die Nase, der Mund, die Augen, Ohren, die Haut … all dies sind herrliche Erkundungswerkzeuge. Durch diesen Körper fließt ein Energiestrom, der leicht und dennoch kraftvoll durch Adern, Fasern, Sehnen geht, wenn er nicht durch Verdichtungen daran gehindert wird. Wie Steine, die im Fluss liegen, können energetische Blockaden dazu führen, dass der Lebensstrom, der mich durchfährt, Umwege suchen muss, um seinen Weg fortzusetzen. Die größte erfahrbare Blockade innerhalb dieses Energiestromes jedoch trägt den Namen Ich. Ich ist eine Art Zentrum, ein Ort, in der die Erfahrung „Hier“ zur Bedeutung gerinnt. „Hier bin ich“, ist Ausdruck dieser Auffindbarkeit innerhalb des energetischen Flusses, den die materielle Form des Körpers, begrenzt. „Ich“ als eigene Erfahrungswelt „Ich“ bildet eine scheinbar eigene …

Das bin ich – oder etwa nicht?

Nahezu jeder Liebe, die ich in meinem Leben hatte, habe ich unterstellt, mich nicht wirklich zu lieben. Jeder Mann, der mir zu nah kam, durfte das von mir hören. Ich misstraute jedem Liebesausdruck, ich unterstellte wilde Absichten, nur nicht die des einfachen, schlichten Liebesempfindens für mich. Ich ging  davon aus, dass mich niemand lieben konnte. Weil niemand wusste, wie ich wirklich war. Weil ich so, wie ich war, nicht liebenswürdig war, das hatte ich ja schon oft gehört … Weil jede Liebe einer Forderung gleichkam, einer Beschränkung meines Seins. Weil niemand wüsste, was wirkliche Liebe sei. Nur ich spürte sie, in meiner nicht enden wollenden Sehnsucht nach ihr. Niemand konnte dieser Liebe je genügen … Ich liebte den anderen dann am meisten, wenn er nicht da war. Ich verwechselte Sehnsucht mit Liebe. Und war er wieder da, ging es von vorne los. Ein endloses Spiel ohne Erkenntnis darin. Ich fühle doch, dass es so ist! Meine Gefühle sind mein Tor zur Wahrheit. Dachte ich immer. Ich fühle doch, dass es so ist! So bin ich! …

Wovor schreckst Du zurück?

Wie aufregend ist Dein Leben? Wie lebendig ist es? Mit aufregend meine ich nicht, wie viele wilde Partys feierst Du, sondern wie beweglich ist es in Dir? Wie oft triffst Du auf Situationen, die neu sind, die Dich herausfordern, die Dich vielleicht sogar in Frage stellen? Wie sehr spürst Du Deine Anwesenheit in Deinem Alltag? Wie sehr kannst Du das Leben direkt erfahren, ungeschützt, ungefiltert, Dich wirklich und wahrhaftig berühren lassen, ganz direkt, bis hin zur Hilflosigkeit?