Ein wenig integriertes Leben wird von emotionaler Einseitigkeit bestimmt. Wir halten uns in Gegensätzen auf, oft sogar in Extremen, und vermeiden den jeweiligen Gegenpol. Wir sind bemüht uns ein stabiles Selbstbild aufzubauen, das uns möglichst positive Gefühle beschert. Wir wollen machtvoll, vital, selbstbestimmt, kompetent, kreativ, mutig usw. erscheinen, um dem Gegenteil davon nicht begegnen zu müssen. Blitzen Gefühle wie Ohnmacht, Schwäche, Schmerz, Traurigkeit oder Einsamkeit auf, wehren sich die meisten Menschen dagegen, gehen in die Ablenkung, spalten die Emotionen ab oder baden im Schmerz über die Unfähigkeit etwas zu ändern.

So lange ich denken kann, war ich eine Gefangene meiner Gefühle. Ohne zentrierende Mitte, den Stürmen meines Inneren ausgeliefert, bewegte ich mich zwischen Schmerz und Freude, zwischen Angst und Mut, zwischen Nähe und Distanz. Ich war emotional zerrissen und suchte nach einer Stabilität, die mich vor den Ausuferungen der Extreme bewahren könnte und fand sie nirgends.

Ich arbeitete mich an Idealvorstellungen von mir ab und scheiterte regelmäßig an meinen eigenen Vorgaben. Jedes Scheitern ließ mich tiefer in den Sumpf aus Selbstvorwürfen und dem Hadern mit meiner Unfähigkeit sinken. Bis ich irgendwann endlich aufhörte, mich dagegen zu wehren. Ich streckte die Segel und kapitulierte. Ich ließ mich überfluten von den verhassten Gefühlen, eine Versagerin zu sein. Unfähig und endgültig gescheitert.

Hingabe an das Unausweichliche

Ich gab mich vollkommen dem hin, was ich niemals sein wollte. Und erlebte eine Überraschung. Anstatt vernichtet zu werden, wurde ich weich und tieftraurig. Als wäre eine Mauer eingefallen, konnte ich mir selbst die Hand reichen und mich endlich ohne kritische Augen sehen. Es wurde still in mir. Ich war das erste Mal wirklich mit mir verbunden. Da war keine Stimme mehr, die mich in irgendeine Richtung drängte. Nichts mehr, was irgendetwas von mir wollte. Ich fühlte mich wie eine Schiffbrüchige, die an einem Strand erwachte, an dem niemand war. Ich war einfach nur hier.

Ich verstand, dass es diese innere Ruhe ist, die Heilung bedeutet. Diese Stille in mir, die mich nicht von diesem Augenblick trennt und in eine ferne Zukunft projiziert, die licht und schön ist. Immer schöner als das, was ich hier vorfinde. Ich verstand, dass es zu mir keine Alternative gibt. Ich bin so, wie ich bin.  Ohne zu wissen (und wissen zu müssen), was das heißt. Ohne Idealbild, ohne Vorbild, ohne Muster, ohne Blaupause.

Ich verstand, dass ich keine Angst zu haben brauchte vor meinen dunklen Gefühlen und dass sie nur entstanden, weil ich mich gegen das wehrte, was ich nicht sein wollte. Der Widerstand ist, was den Schmerz verursacht, die reine Angst vor dem Ungewollten und nicht etwa das Ungewollte selbst. Hier vereinten sich die Pole von Erfolg und Versagen, von Widerstand und Verlangen, Sicherheit und Unsicherheit … Ich fiel in mich selbst, als diese Anwesenheit.

Alles, was wir ablehnen, beherrscht uns

Alles, was wir an uns ablehnen und nicht fühlen wollen, beherrscht uns. Das können wir auf der geistig-bewussten Ebene erfahren, so wie ich es erfahren hatte, oder auch auf der körperlichen Ebene.  Und hier kommt David Manning ins Spiel. Mit ihm sprach ich über die Möglichkeiten auf körperlicher Ebene an Gefühle heranzukommen, gegen die wir uns unbewusst wehren, an die wir, normalerweise, nicht freiwillig rankommen wollen.

Weil wir Angst davor haben von ihnen überflutet zu werden. Der gebürtige Hamburger, ist medizinischer Masseur, der eine Methode entwickelt hat, die es möglich macht Emotionen zu befreien und in dieser Befreiung ein völlig neues Lebensgefühl zu erfahren. Energien, die wieder fließen können, erschaffen Leichtigkeit, freies Atmen, neue Möglichkeiten des Denkens und Fühlens und somit, der Erfahrung.

Wir führten ein intensives und lebendiges Gespräch über die Zusammenhänge zwischen Geist und Körper und darüber, wie es geschieht, dass wir schmerzhafte Gefühle abspalten und vor ihrer bewussten Wahrnehmung zurückschrecken. Das Leben wird zur echten Entdeckung, wenn wir die Pole in uns vereinen, wenn wir uns auf unsere Erfahrungsmöglichkeit, als bewusstes Sein – als Bewusstsein besinnen.

Wenn wir uns erlauben alles zu sein, was in uns vorgeht. Dann öffnet sich der Raum und wir sehen plötzlich viel mehr, als wir für möglich gehalten haben. Wir sehen unsere, vormals, begrenzte Sicht und fassen mehr und mehr Vertrauen in das Leben selbst.

Emotional Release – die Befreiung der Emotionen, ist eine erstaunliche Möglichkeit mit Dir selbst in Kontakt zu kommen und Deine tiefsten Gefühle zu erlösen. Mehr zu David’s Arbeit erfährst Du hier: www.emotionalreleases.com und in unserem Gespräch.

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Barbara

    wow, das hat mich jetzt total abgeholt. Danke .

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  2. Mathilde

    Vielen Dank liebe Nicole für dieses Interview mit David. Diese Zusammenhänge habe ich geahnt – seine Arbeit ist faszinierend,spricht mich total
    an,so irgendwie,daß es anders gar nicht sein kann ! Nehme Kontakt mit ihm auf.
    ganz herzlich u. liebe Grüße , Mathilde

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