„Suchen findet nie das, was es sucht. Es löst sich darin auf.“

Rupert Spira

Wenn die Suche aufhört, bist Du da. Es ist nicht etwa so, dass sie erst dann aufhört, wenn Du da bist. Sobald Du die Suche siehst, hört sie auf und Du erscheinst vor Dir selbst.

Der tiefste Frieden erwächst aus dem endgültigen Wunsch ihn zu erfahren. Ist der Wunsch nicht endgültig, wird er sich nicht erfüllen. Dann findet die Suche immer wieder nur die Suche. Im teilweisen und nicht vollständigen Wunsch, erleben wir einen Teilfrieden, der immer wieder von sich selbst abgelenkt wird. Dadurch, dass die Suche ihn in der Blendung der Erscheinungen vermutet und nicht in der Quelle selbst, die alles Wahrnehmbare erst hervorbringt.

Frieden, der sich auf sich selbst besinnt – ausschließlich auf sich selbst, wird sich erreichen. Er wird sich fühlen, wird sich erkennen. In diesem Erkennen löst sich der Wünschende mitsamt dem Wunsch, als eigenständige Identität auf.

Anwesenheit, die sich nicht mehr von sich selbst entfernt

Ich erforsche nicht mehr die Bilderwelten, die sich vor mir aufbauen. Ich verwechsle mich nicht mehr in Ausschließlichkeit damit. Ich sinke in mich ein, als Quelle aller auftretenden Farben und Formen der Welt. Ich sinke und sinke und wohne im Sinkflug den Erscheinungen als meine Spiegelung bei, und zwar als Anwesenheit, die sich von ihrer Anwesenheit nicht mehr entfernt.

Bewusstsein, das sich selbst darüber bewusst ist, dass es bewusst ist, fällt in seine eigene, undefinierte Wesenheit. Es wohnt sich selbst bei. Der Verstand und die Möglichkeit zur Reflexion sind selbst eine Erscheinung, eine Spiegelung meiner selbst als Bewusstsein. Sie sind nichts, was in Entfernung zu mir, als Quelle dessen, existiert. Ich bin Das.

Richtet sich die Aufmerksamkeit auf sich selbst, entfällt das, was wir als Zeit empfinden. Hier offenbart sich die Unteilbarkeit des Augenblickes. Sein ewiger Wandel in der Stille des Bewusstseins.  Wir sind immer jetzt. Wann auch immer wir sind.  Ich stehe stets an der Zugspitze meines Lebens. Als Pionierin einer sich beständig entdeckenden Welt, in jedem Augenblick.

Nicht mehr selektieren

Du suchst Dir Deine Momente nicht aus, Du entdeckst jeden einzelnen, Dir sich bietenden Augenblick mit Deiner vollständigen, ungeteilten Anwesenheit. Und Du beginnst die Dinge deutlich zu sehen. Als sie selbst. Du bist Wahrnehmung, die alles wahrnimmt, was in Dir als Wahrnehmungsmöglichkeit angelegt ist, anstatt nur die Dinge, welche die Windungen Deines Verstandes Dir erlauben zu sehen. Das Bild weitet sich und gewinnt an Tiefe.

Alles was geschieht, geschieht aus sich selbst heraus. Ohne, dass jemand darin enthalten wäre, der die Fäden zieht. Anziehende und abstoßende Kräfte formen den gleichen Willen, der durch Deine Adern fließt und ebenso durch alle Bäume, Flüsse, Steine und alle lebendigen Geschöpfe. Er ist die einzige Substanz. Ohne Plan und Ziel, vom So-sein des Seins geformt.

Jeder Moment Deines Lebens vollzieht sich in Deinem Bewusstsein und ist untrennbar mit Dir verwoben. Deine Fähigkeit zur Wahrnehmung weiß um sich selbst, oder nicht. Sie wohnt Dir als Ereignis bei und ist selbst das Ereignis. Wenn Dir das bewusst wird, erschauerst Du vor der großen Unsagbarkeit, die Du bist. Du kannst Dich nur erleben. Du, das unzerstörbare Hiersein. Über das sich nie etwas wissen lässt.  Je bewusster Dir das wird, um so weniger erfüllungverheißend erscheint dir das, was als die Welt vor Dir auftaucht. Du hörst auf irgendetwas zu wollen, was Dich von dem Ort, an dem Du wahr bist, trennt.

Du bist mit Dir als Spiegel im Spiegel

Und jetzt kommst Du wirklich in die Lage Dein Leben zu leben. Weil hier, in der Anwesenheit Deiner selbst, darf alles erscheinen, was erscheint. Du umhüllst es wie ein See seine Bewohner. Du bist mit den Schmerzen, Du bist mit den Freuden. Du bist wirklich da. Die ewige Flamme. Immer lebtest Du und wusstest nicht darum. Und jetzt bist Du dabei. Trennst nichts mehr von Dir ab. Du fühlst und siehst alles.

Du bist wirklich hier in Deinem Erleben. Und alles breitet sich vor Dir aus, wie es will. Jetzt darf es voll sein und schwer, dunkel und undurchdringbar. Licht und leuchtend. Lustvoll wild, kraftvoll und schwach und auch trüb und leer. Und Du mischst Dich nicht mehr ein. Lässt es geschehen. Frieden ist nicht der Frieden von allen Gefühlen und Gedanken.

Frieden ist der Frieden mit allen Gefühlen und Gedanken. Was für ein Unterschied! Du lässt Dich selbst in der Ruhe. Inmitten aller Stürme. Und ruhst im Frieden Deiner Selbst.

 

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2 Kommentare

  1. JayBe

    Vielen lieben Dank Nicole für Dich und deine inspirierenden Worte, die mich dieses Jahr immer wieder begleitet und geöffnet haben. Liebe Grüße und schöne stille Tage dir 🍀💚

    Antworten
    • Nicole Paskow

      Danke Dir, JayBe für Deine Zeilen. Ich freue mich über die Resonanz. Gute Reise noch für Dich. Wo auch immer Dich Dein
      Camper hinfährt. 🙂

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