In Resonanz mit dem Bewusstseinsraum in Dir - anhören

von Radical Now

Wir können uns nicht selbst empfinden. Wir können nur bemerken, dass wir anwesend sind. Was wir empfinden ist immer unsere gedachte und/oder gefühlte Meinung zu dem, was gerade ist. Alle Gedanken und Gefühle finden in dieser Anwesenheit statt, die wir sind.

Diese Anwesenheit ist die Gewissheit von „Ich bin“. Wenn Du in Dich hineinfühlst und dieses Hineinfühlen ist eher ein in Dich hineinsinken, dann triffst Du nach und nach auf genau dieses Empfinden, was im Grunde gar kein Empfinden im körperlichen Sinne ist. Es ist eine Gewissheit, ein Bewusstsein dessen, dass Du bist. Dass Du da bist. Fühl mal hinein in die Frage: „Bin ich da?“

Der Ort, an den Du gehst, wenn Du dieser Frage nachgehst, ist die Anwesenheit, die Präsenz, die Du bist. Das bist Du.

Die Wahrnehmung der Gedanken und Gefühle

In diesem Dasein triffst Du auf Gedanken und Gefühle. Normalerweise herrscht in jedem Menschen ein fast ununterbrochener Kommentarstrom, doch wir sind uns dessen selten bewusst. Das können wir erst sein, wenn das Empfinden der Anwesenheit mehr im Vordergund ist, als der Kommentarstrom – dieses permanente Gerede im Kopf.

Da wir uns unserer Anwesenheit, unseres bewussten Daseins so wenig bewusst sind, nehmen das Gerede und die Gefühle dazu beinahe den gesamten Raum ein, obwohl wir immer da sind. Ohne dieses Dasein könnten wir schlicht nichts wahrnehmen und wären dementsprechend gar nicht am Leben.

Du bist also immer anwesend. Du bist immer da. Und Deine Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Diese Gedanken und Gefühle sind zum größten Teil Urteile und Meinungen über das, was Du für Dich selbst hältst und über das, was Du für die anderen hältst und das, was Dir widerfährt. Es findet ein permanenter Bewertungsprozess statt, der Dir Deine gewohnte Orientierung verschafft.

Die Landkarte statt das Gelände

Doch diese Form der Orientierung ist für alle Dinge, die Dein Wesen betreffen, nicht brauchbar und oft verhindert sie eine höhere, das heißt bewusstere Art der Orientierung, die sowieso stattfindet, ohne dass Du sie bemerkst. Sie wird von der verstandesorientierten Form überlagert. Dann folgst Du der Landkarte, statt dem Gelände.

Das, was Du für Dich selbst hältst, sind die Meinungen und Urteile anderer Menschen über Dich.Du findest gut, was die anderen an Dir gut finden und freust Dich über Komplimente. Du findest schlecht, was die anderen an Dir schlecht finden und ärgerst Dich über Kritik. Diese Selbstgefühle sind sehr alt, sie entstanden noch bevor Du denken konntest. Sie wurden in Dich hineingesprochen, als Du noch gar nicht wusstest, dass es Dich gibt.

Deshalb ist es so schwer zu erkennen, dass das, was Du über Dich denkst und fühlst nicht ist, was Du bist. Und nicht ist, wie Du bist. Das, was Du als Dich selbst erlebst ist immer eine Reaktion auf Deine Gedanken über Dich. Und diese Gedanken über Dich sind ein Widerhall der Gedanken anderer Menschen über Dich. Deiner Eltern, Geschwister, Erzieher, Lehrer, Freunde, Kollegen, Partner usw.

Nichts von alledem

Du bist nicht zu schwach, zu unverbunden, zu ängstlich zu wütend, zu träge, oder zu schlecht, zu wenig, zu viel, zu dumm, zu laut, zu verrückt, zu seltsam oder zu anders. Oder was auch immer Dir an Urteil über Dich einfällt. Alles, was an positiven Qualitäten durch Dich strömt ist ein Widerhall des leicht fließenden Bewusstseins durch Dich. An bestimmten „Stellen“ ist der Kanal offen. Hier fließt Bewusstsein zweifellos, einfach „so“ und Du kannst deshalb bestimmte Dinge gut.

Die problematischen Gedanken tauchen nur deshalb immer wieder in Dir auf, weil sie, genau wie die unprobelmatischen – freie Bahn haben. Aus Gewohnheit. Weil Du nichts anderes kennst. Doch üblicherweise überwiegen die schwierigen Gedanken und Gefühle. Wir kennen es nicht, was es heißt genug Raum zu bekommen, um zu erleben, welche Gedanken und Gefühle sich einstellen, wenn da niemand anderes ist, der uns über uns aufklärt. Niemand anderes, der uns erzählt wie wir wären und wie wir zu sein hätten, um richtig zu sein und dazu zu gehören, zu den anderen. Zur Gesellschaft. Zum Freundeskreis, zur Familie, ins Kollegium, in der Beziehung. Um uns gut zu fühlen.

Nur deshalb kennen wir es nicht, wie es ist, genug Raum in uns zu haben, ohne, dass die Kommentare in uns selbst uns erzählen, wie wir zu sein hätten, damit wir richtig sind um den Zweifel nicht mehr spüren müssen.

Der absolute Glaube an die Gedanken

Und diese urteilenden Gedanken in Dir erschaffen schmerzhafte Gefühle, denen Du absolut glaubst. Was Du daran erkennst dass Du immer wieder in diesen Gefühlen versinkst. Das bedeutet, dass Du, als die Anwesenheit, die Du bist, vergisst, dass Du da bist und mit den Gedanken und Gefühlen über Dich verschmilzt. Dann sitzt Du in der Dunkelheit, im Schmerz, in der Traurigkeit, in der Leere, in der Wut, im Widerstand, im Hass, im Selbstzweifel fest.

Und das tut weh. Es tut weh, dass Du, als das Dasein, das Du bist, das nichts von alldem sein kann, diesen Gedanken und Gefühlen glaubst. Dieser Glaube ist der springende Punkt.

Es ist der Glaube, der in sich die Hoffnung trägt, dass Mama oder Papa Dich doch noch sehen werden. Dass sie Dich doch noch lieben werden, dass Du doch noch die Anerkennung von den Kollegen, Freunden und dem Partner bekommst, nach der Du Dich sehnst. Dass Du Dich doch noch beweisen kannst und es allen zeigst, was in Dir steckt. Der Glaube daran ein Mängelexemplar zu sein und die Hoffnung diesen Mangel ändern zu können, sind die Ursache Deines Leidens.

Sie sind die Fehlsicht, die Dir eingeimpft wurde.

Glaube und Hoffnung

Dieser Glaube und diese Hoffnung sind das Spannungsfeld in dem Du Dich abwechselnd erhöhst und erniedrigst. Und weder das eine noch das andere ist wahr. Die Wahrheit über Dich ist, dass Du als das Ichempfinden, jene Gewissheit Deiner Anwesenheit, die Gedanken und Gefühle in Dir empfängst.

Wenn Dir klar wird, dass Du der Raum bist, in dem Du als Gedanken und Gefühle zu Dir kommst, dann kannst Du verstehen, dass sich diese Gedanken und Gefühle ändern können, wenn Du immer mehr in den Raum kommst.

Dann lässt Du Dich in Ruhe denken und fühlen, was sich da denkt und fühlt, ohne Dich damit gleichzusetzen. Du merkst, dass die Selbstzweifel einfach nur Selbstzweifel sind, denen Du nicht mehr glauben musst, weil Du weißt, dass sie Gewohnheitsgedanken sind, aus einer anderen Zeitrechnung.

Dann entspannst Du Dich mehr und mehr und kommst zu Dir in jene Anwesenheit, die einfach da ist. Über die Du bisher gar nichts weißt, weil da immer nur die alten Gedanken sind. Dich zu lassen heißt, Deine Gewohnheitsgedanken in Dir sein zu lassen, sie aber nicht mehr mit Deiner Aufmerksamkeit zu füttern. Du wendest Dich interessanteren Dingen zu. Dingen, die Dich wirklich interessieren. Dingen, die Dich erst dann wirklich berühren können, wenn sie Raum in Dir bekommen.

Der wahre Wille braucht Raum in Dir

Dann bemerkst Du vielleicht erst Deine wahren Interessen und Bedürfnisse, wenn genug Raum da ist, dass sie sich einstellen dürfen, weil sie nicht mehr behindert werden durch irgendwelche Meinungen über Dich. Dann darf Dich immer mehr Leichtigkeit besuchen kommen, immer lichtere Gedanken die viel spannender sind und aufregender, als der alte Kram, den Du schon tausendmal gedacht und durchgefühlt hast.

Wenn Du Dir erlaubst den alten Glauben abzulegen und konfessionslos zu werden. Nicht zu wissen, wer Du bist und wie Du bist. Wenn Du Dir Zeit schenkst und Freundlichkeit, Offenheit und Entspanntheit eben dies herausfinden zu wollen. Nur für Dich. Unabhängig von irgendjemand anderem. Das ist der Weg in die innere Entspanntheit, der Weg in Deine wahre Natur. Der Weg in Deine Kraft, in Deine Gelassenheit und in Deinen Gleichmut und die Liebe für das Leben.

Denn wenn Du immer mehr übereinstimmst, mit dem Ich, das einfach da ist, wirst Du genau diese Nähe spüren, die Dich mit Dir verbindet und Dir Deine Kraft schenkt.
Dann hast Du kein Interesse mehr an dem Spiel, das alle spielen. Weil Du um Dich weißt und die Selbstverständlichkeit Deines Soseins erfährst. Hier brauchst Du Dich weder überhöhen, noch erniedrigen. Hier bist Du einfach Du selbst.

Und was das heißt, kannst Du dann herausfinden, wenn genug Raum in Dir ist, dass Dich die Gedanken und Gefühle besuchen kommen können, die wirklich etwas mit Dir zu tun haben. Und diese Gedanken und Gefühle sind immer freundlich, aufbauend, ermunternd, inspiriert, raumgebend und Möglichkeiten schaffend. Sie entsprechen dem, was Bewusstsein von Natur aus ist.

In einen offenen Raum, können nur offene Gedanken einziehen. Enge Gedanken lösen sich darin auf, weil sie keinen Halt finden. Sie verpuffen einfach und verlieren das Interesse darin zu erscheinen.

 

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