Nichts und Niemand kann Dich glücklich machen- Bild

Vom großen Gehaltensein - anhören

von Radical Now

Streifen wir alle Worte ab, wie zu eng gewordene Kleider, nehmen wir den Dingen ihre Dinglichkeit. Lassen wir den Vogel fliegen, den Wind wehen, den Regen prasseln, das Herz jubeln. Schweigend, still und ohne Namen. Lassen wir uns frei – zu sein. Ganz nackt, noch nackter bis wir im gesamten Bild verschwinden. Bis wir verschwinden als Erhebung, die sich selbst nicht kennt.

Geben wir das Leid frei und halten es nicht fest als unser Eigen. Lassen wir die Freude fliegen als Lachen des Lebens, das sich selbst vernimmt. Und weinen wir die Tränen der Erde und zählen nicht die Schmerzen, die so scheinen als wären sie allein für uns gemacht.

Nichts ist für Dich. Nichts ist für mich. Alles ist. Für sich.

Dann wird es sichtbar. Das große Gehaltensein. Das Dich und mich trägt ohne uns zu tragen, weil es ist. Sagloses Sein ohne jeden Raum für ein Wissen über sich. Ohne jeden Namen sind wir als Gewissheit, die sich erfahrungslos erlebt. Unbekannt sicher, wie die Bergquelle, die sich sprudelnd verströmt, ohne zu fragen woher sie kommt. Jetzt bin ich hier. Immer wieder jetzt und hier. Kein Ort, nirgends. Kein Wissen möglich, weil ich geschehe, einfach geschehe als permanente Entfaltung aus dem Augenblick.

Wir sind gehalten im Gehaltensein. Es gibt kein Wir. Es gibt nur Sein. Mitten unter uns. Es ist so schön, mich nicht zu kennen. Es ist so schön mich zu verströmen wie die Blume ihren Duft. Als Strom ohne Richtung, als Atem in Nichts hinein, aus Nichts heraus. Ich war noch nie und werde immer sein.

Als Duft, als Wolken, als Dein Blick in meine Augen. Als alles, was sich sichtbar macht im stillen Lauf der Jahreszeiten und als jedes Quäntchen Sein, das in alle Sinne fällt.

Kein Ort ohne mich. Weil es keine Orte gibt. Es gibt nur Sein. Dieses eine Sein in diesem einen Augenblick. So, wie es ist. Oh große Freiheit! Ich sterbe in Dich hinein, ohne Dir jemals fern gewesen zu sein. Jetzt bin ich als Du. Unendliche Eröffnung …

Verschenke alles, was Du glaubst zu haben. Verschenke Deine Wunden, Dein Wissen, Dein Sehnen, Deine Suche, Dein Wollen, Dein Leersein, Deine Freude, Deine Zweifel, Dein Begehren, Deine Lust, Deine Last, Deinen Schmerz, Deine Sucht, Deine Angst, Deine Liebe, Deine Sorge, Deinen Kummer …

Verschenke es hinaus in das, was ist und behalte nichts für Dich. Denn nichts ist für Dich, nichts ist von Dir. Du bist, was alles ist. Genau so, wie Du bist. Wenn Du nichts davon behältst, bist Du in allem frei zu sein, was es durch Dich ist. Entleere Dich als Eigen-heit und Du wirst voll. Diese Vollheit ist unantastbar, weil sie sich selbst nicht weggenommen werden kann. Sie kann sich nicht verlassen, weil es keinen Ort ohne sie gibt. Sei vollkommen was Du bist, genau so, wie es ist und Du wirst nie mehr ohne Dich sein.

Ein Traum von Elias - Nicole Paskow

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10 Kommentare

  1. Patricia Keusch

    Liebe Nicole
    Ich hätte da noch stundenlang zuhören können…
    Einfach wundervoll poetisch, tief, leicht und frei.
    Ooh wie ich es liebe!

    Danke von Herzen, diese Worte und mehr aus deinem Mund vernommen zu haben.

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    • Nicole Paskow

      Liebe Patrizia, vielen Dank für Dein schönes Feedback! LG Nicole

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  2. Lukas Ruchnewitz

    Liebe Nicole,
    wunderschön was einfach ist.
    Die scheinbarkeit oh aller Dinge zerflossen in diesem Meere. Wenn die dinghaftigkeit.. Ihr Ding sein verliert.
    Vielen dank für die Erinnerung.
    Herzliche Grüsse
    Lukas

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    • Nicole Paskow

      So ist es, lieber Lukas, es wird einfach, wenn wir als „Etwas“ zerfließen. 🙂 LG Nicole

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  3. Johannes

    Wunderschön, liebe Nicole. Deine Worte öffnen mir Blicke in mein eigenes Wesen. Stille bleibt und Staunen und berührt Sein.

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    • Nicole Paskow

      Deine Offenheit und Berührbarkeit für die Stille erfreut mich ein ums andere Mal, Johannes 🙂 LG Nicole

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  4. Tayyebeh

    wunderschön °

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    • Nicole Paskow

      Dankeschön Tayyebeh für das schöne Wort! 🙂

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  5. Barbara Klein

    Danke, liebe Nicole, für deine wunderbaren Worte. Damit schaffst du es,, mich und ich glaube, alle Menschen, die sich darauf einlassen, immer wieder zurück zu holen, zurück aus der „Verrücktheit des Alltags“, zurück zu uns selbst, zurück zum Wesentlichen, zurück zur Quelle.
    Hier schöpfe ich Kraft, Mut, Gelassenheit, Zuversicht, Freiheit, Freude, Glück und Liebe und das alles, kann ich dann mit vollen Händen verschenken.
    Auch an dich, liebe Nicole, mit dankbarem Herzen ♥️ deine Barbara

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    • Nicole Paskow

      Liebe Barbara, von Herzen Dank für Deine warmen Worte! 🙂

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