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Hinter den Grenzen der individuellen Wahrnehmung- anhören

von Radical Now

Hinter den Grenzen der individuellen Wahrnehmung
eröffnet sich die Freiheit zu sein = NEXT LEVEL

Immer dann, wenn man vor großen Schwierigkeiten steht, hat man die Chance die Grenzen seiner Wahrnehmung zu überschreiten. Man hat die Chance etwas Neues zu entdecken und eine neue Sichtweise, eine neue Perspektive, einen erweiterten Wahrnehmungsrahmen zu etablieren.

Es sind die schweren Gefühle, die großen Hürden, die letzten Diagnosen, die Endgültigkeiten im Leben, die das Tor bilden, das in neue Dimensionen des Bewusstseins führt.

Wir können den Geschicken des Lebens dankbar sein, wenn sie uns an den Rand des Erträglichen führen. Dann erst werden uns Möglichkeiten geboten zu erkennen, dass die Überzeugung selbst und die starken Gefühle, die sie nach sich zieht, es sind, die jene Spaltung verdeutlichen, die unser grundsätzliches inneres Einssein vernebelt.

Allem, dem wir eine Bedeutung im Übermaß zugestehen, ist durch das Übermaß selbst ein Hinweis auf die innere Spaltung. Jedes Extrem ist ein Hinweis auf eine entgleiste, weil gespaltene innere Polarität. Wir lehnen bestimmte Gefühle ab, wollen andere Gefühle aber erleben. Die Auswahl selbst ist der Fingerzeig auf die Nichtwahrnehmung der Natur dessen, was wir sind. Wir sind uns nicht bewusst, dass wir in unserer eigenen Natur stattfinden. Die Ungewissheit darüber ist verantwortlich für alle Ängste, die als Grundlage jeder Vermeidungshaltung unsere Handlungen bestimmen.

Das Umgehen der Gefühle

Alles, was bedeutend scheint, wird festgehalten. Somit vermeidet man die Gefühle, die mit dem Loslassen einhergehen. Alles Ungewollte wird abgestoßen. Damit werden jene Gefühle umgangen, die man von einer direkten Auseinandersetzung erwartet.

Erst wenn die eigene Wahrheit erkannt ist, braucht es weder das Festhalten noch die Abwehr. Schädliche Energien finden erst gar keinen Anhaltspunkt. Einander entsprechende Frequenzen verbinden sich in natürlicher Resonanz. Doch selbst wenn Dissonanzen entstehen – Handlungen sind ein Ausdruck der eigenen Natur. Festhalten, um das Loslassen zu vermeiden, und Abwehr, um das sich Einlassen zu umgehen, haben hier keine Bedeutung. Sie machen einfach keinen Sinn und tauchen deshalb nicht auf. Hier setzen wir natürliche Grenzen und empfangen, was wir sind.

Das Einzige, was wahr ist, das Einzige, was uns rettet, und das Einzige, was nie vergeht, ist die Natur dessen, was uns erscheint. Es ist die Natur aller Erscheinungen, die sich niemals verändert. Die Natur des Lebens selbst.

Es ist die Stille, jene ungreifbare Unbenennbarkeit, die sich jedem Zugriff entzieht, die niemals anfängt, niemals endet und sich niemals verändert. Sie ist die Zuflucht, die uns von jedem Glauben erlöst. Sie ist es, die uns ergreift und zum Sein dessen anhebt, was der Natürlichkeit des Lebens entspricht.

Transparente Natürlichkeit

Sie liegt im Rauschen der Blätter, im Licht, das zwischen den Bäumen tanzt, in den Farben des Herbstes und in der Offenheit des Herzens. Sie ist es, die alles trägt, alles sichtbar macht, die dem gleich-gültigen Blick alles präsentiert. Die zur Ruhe bringt, was sich haltlos aufbäumt, wenn es sich an falsche Identifikationen klammert und in den Abgrund seiner Projektionen fällt.

Es ist der gespaltene Geist, der um sich selbst kreist, weil er nicht sehen kann, weil er nicht fühlen kann, weil er denkt und damit konstruiert und an Dinge glaubt, die der Ewigkeit nicht standhalten. An Dinge, die keine Repräsentanten der Stille sind, sondern lediglich Ergebnisse einer begrenzten Wahrnehmung dessen, was als lebendige Anwesenheit alle Grenzen sprengt.

Um eine Grenze zu überschreiten, muss man zuerst an eine Grenze kommen. Dafür braucht man ein inneres Klima der Bereitschaft sich einzulassen. Ansonsten bewegt man sich in einem starren Rahmen, in einem engen Radius, dessen Erfahrungsmöglichkeiten sich als freier Wille tarnen, um in den angstbesetzten Vermeidungen verharren zu können. In diesem Rahmen wird diskutiert, lamentiert, manipuliert, verschwiegen, abgewehrt, gefordert, getrickst, verraten usw.  Hier erhöht und erniedrigt man sich und andere. Hier sucht man nach der Bestätigung seiner Ansichten, um nicht zu spüren, wie wenig selbstverständlich sie einem selbst erscheinen.

Extreme als Ausdruck der Spaltung

Die Extreme sind es, die sowohl als Ergebnis der inneren Spaltung in Erscheinung treten, als auch das Tor bilden, das in den Ausgleich führt – in den Ausgleich, der zwar auf das Unterschiedene, aber darin nicht Getrennte verweist. Das Relative im Absoluten ist der Unterscheidung fähig und damit des Erkennens. Sobald es aber trennend und damit vergleichend in Erscheinung tritt, ist es verblendet und zeigt sich als gefallener Engel in der Dunkelheit der Unwissenheit. Unsere angstvolle, konfliktbeladene Welt ist ihr direkter Ausdruck.

Es ist die Intensität, die einen Menschen an den Rand seiner begrenzten Welt führt. Sie ist das Sprungbrett in die Stille, in der alles viel zu Intensive seine Bedeutung verliert, weil es einer lebendigen Anwesenheit weicht, in der jeder Zyklus des Lebens in vollkommener Ausgeglichenheit existiert. Jeder Vergleich ist im Ausgleich unhaltbar.

Der neue Frühling erblüht in die Reife des Sommers hinein, dessen Früchte in den Herbst fallen, der sich in die Ruhe des Winters zurückzieht, aus dem heraus sich neue Kräfte bilden, die in die ersten Frühlingsknospen drängen… Alles fließt ineinander über, nachdem es ganz es selbst war, vor dem Hintergrund jener Stille, die allem zugrunde liegt. Hier ist niemand, der auswählt, festhält oder von sich stößt. Deshalb ist alles, wie es ist. Es folgt seiner Natur.

Ein wacher, frei sehender und frei fühlender Mensch folgt seiner Intuition. Sie ist das sicherste Navigationsgerät, das seine Wege und Handlungen bestimmt. Nur aus ihr kann Harmonie erwachsen, weil sie reine Natürlichkeit ist. Somit ist dies der direkte Ausdruck der grundlegenden Einheit einer unbestimmten und unbestimmbaren Wahrnehmung und dadurch in der höchsten Ordnung verankert.

Zwei Arten eines Willens

Es geht um das Aufwachen aus dem spaltenden Willen, der dem Mangel entspringt, der wiederum ein Ausdruck des inneren Getrenntseins ist. Das Erwachen aus dem Mangel in die Fülle der Natur dessen, wer wir wirklich sind. Fülle, aus der Leerheit geboren. Sein, das im Nichtsein erblüht.

Unsere unwandelbare, transparente Natur ist es, die wirklich ist. Sie ist der wahre Halt im Wahnsinn der für sicher gehaltenen, äußeren Sicherheiten, die immer bedingt sind und damit in die Korruptheit der Abhängigkeit führen.

Allein deshalb ist es notwendig, ebenso all dem zu begegnen, was man nicht will, wie man dem begegnet, was man will, um den Rahmen seiner Wahrnehmung zu öffnen. Nur so kann man die Grenze überschreiten und ins gelobte Land finden, in dem Milch und Honig fließen. Denn nur im Überschreiten dieser Grenze der Wahllosigkeit wird klar, dass der Ort der Sehnsucht schon immer hier ist.  Hier, wo der Wille des Geschehenden regiert. Ein alles umfassender Wille, der an seine ihm innewohnende Ausrichtung hingegeben ist. Ein Wille als Eigendynamik, eine sich selbst entzündende Kraft, die will, was sie sieht, weil sie will, was sie ist, weil sie um sich selbst als Quelle aller Erscheinung weiß.

Die Spaltung der inneren Pole verhindert die Vereinigung mit den äußeren Polen

Doch das bleibt so lange verborgen, wie man nicht alles Innere zulässt und damit ins Bewusstsein vordringen lässt, was gedacht und gefühlt wird. Und das verhindert die Authentizität. Solange bestimmte Regungen in einem Menschen unterdrückt und abgespalten sind, ist er korrumpierbar, schwach und beeinflussbar, weil er durch die Vereinigung mit äußeren Polen versucht, den fehlenden inneren Pol zu ersetzen. Ob durch Menschen, durch Besitz, durch Ziele oder Süchte … Er hat damit keine Chance zu sich selbst als Einssein aufzusteigen.

Wenn alles schlimm sein darf, ist nichts mehr schlimm. Diese Eröffnung führt in die Stille, die jeder Bewegung innewohnt. Sie führt in das selbstgewisse Herz des Lebens, das völlig gleichmütig als alles in Erscheinung tritt, als was es sich zeigt.

 

Ein Traum von Elias - Nicole Paskow

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2 Kommentare

  1. Hans Werner Bramer

    Liebe Nicole,
    Ein wunderbarer, wahrer Text, der gerade in meiner momentanen Situation den Punkt trifft!!
    Ich „begleite“ dich schon einige Zeit und sehe und fühle mit Freude und Begeisterung deinen Weg. Ich hoffe, dir einmal, wo auch immer, persönlich zu begegnen. Vielen Dank für dein Tun!!!

    Antworten
    • Nicole Paskow

      Danke Hans Werner, vielleicht sehen wir uns ja in einem Deiner Konzerte 🙂 LG Nicole

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