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Die Dimension innerer Klarheit - anhören

von Radical Now

In dieser irritierenden Zeit bin ich sehr froh, dass ich mich nun schon viele Jahre mit Spiritualität befasse. Ihr Wert für mein Leben wird mir, gerade jetzt, um so deutlicher. Ich sehe das große Privileg, das darin liegt, aus einer erweiterten Perspektive auf Denk- und Verhaltensweisen zu sehen, die mir den Unterschied zwischen Krankheit und Gesundheit sehr bewusst machen.

Jede Krankheit erfordert die Aufmerksamkeit des Kranken. Sie erfordert die Zuwendung für den Ort, der sich schmerzhaft bemerkbar macht. Das überhaupt ist der Sinn einer Krankheit. Es ist die Aufforderung sich zuzuwenden. Seinen Schmerzen. Doch die eingeschränkte Sichtweise auf das, was Menschsein ist, die noch immer als Normalität etabliert ist, gibt diese Verantwortung ab.

Diese Abgabe der Verantwortung für die eigene Gesundheit und Genesung ist ursächlich für die Abhängigkeit von Kräften, die außerhalb des eigenen Wirkungsfeldes liegen. Diese Abhängigkeit macht sich gerade schmerzlich bemerkbar. Sie ist es nun, die sich als Krankheit offenbart: Menschen geben die Kompetenz für ihren Lebens-und Erfahrungsraum ab. Sie sehen nicht die Unselbständigkeit, die sie in der Abhängigkeit von Urteilen und Entscheidungen hält, denen sie hilflos ausgeliefert sind. Und das nicht erst, seit es den Virus gibt, der uns seit zwei Jahren in Atem hält. Der Virus macht nur auf globaler Ebene deutlich, welches Verhältnis der Mensch zu sich selbst hat.

Uns selbst weggenommen

Seit „Menschengedenken“ fällt der Mensch bei seiner Geburt in die Hände anderer. Und dort verbleibt er bis zum Tod. Wir geben unseren wachen Geist in Schulen ab, die uns zu funktionierenden Teilen eines gelenkten Gesellschaftsorganismus erziehen. Unsere Emotionen lassen wir von anderen Menschen beeinflussen – und wenn sie verrückt spielen, sollen sich Psychologen darum kümmern. Unsere physische Gesundheit geben wir in die Hände der Ärzte … Wir lassen uns auf allen Ebenen unseres Menschseins von anderen Menschen diktieren, wie das Leben „richtig“ geht, und geben uns selbst aus der Hand.

Bis sie ins Gras beißen, haben sich die meisten Menschen niemals selbst bewohnt.

Wir haben noch nicht gelernt, was es bedeutet, uns uns selbst zuzuwenden. Solange wir in kindlichen Verhaltensmustern verbleiben, sehen wir uns nach bequemen, schnellen Lösungen um, die möglichst ein Anderer finden soll. Wir greifen nach Instanzen, die uns unser Leben (gegen Geld) abnehmen, statt uns auf unsere eigenen Möglichkeiten hinzuweisen.

Wir bleiben geistig, emotional und physisch abhängig von den Entscheidungen des Partners, des Chefs, der Kollegen, der Freunde, der Eltern, des Arbeitsamtes, des Arztes, der Regierung … Wir schauen mit fragenden Augen nach draußen und glauben gleichzeitig an unseren freien Willen. Wir nehmen dabei nicht wahr, dass wir innerhalb dieses Denk- und Gesellschaftssystems allerhöchstens die Marke unseres Handys, des Autos, unserer Klamotten wählen dürfen, ob wir ein Biohühnchen oder ein Masthuhn kaufen und vielleicht noch den Urlaubsort aussuchen können, was wiederum abhängig ist von dem Budget, das uns die Arbeit lässt, mit der wir den ganzen Tag unsere Lebenszeit verbringen, die wiederum abhängig ist von der Ausbildung, die wir durchlaufen haben …

Die normale Welt der Abhängigkeit …

Und in diese Welt wollen wir „nach Corona“ zurück? In die Welt, in der die Radiomoderatoren mit Durchhalteparolen den Mittwoch als Aussicht auf das Wochenende feiern und am Freitag die kollektive Party einläuten, um uns am Montagmorgen kleinlaut, aber – hilft ja nichts – wieder in den grauen Alltag der Fabriken und Büros zu schicken? Das soll ein menschenwürdiges Leben sein?

Das, was jetzt passiert, ist ein direkter und konsequenter Hinweis auf die Bequemlichkeit, die Trägheit, die Schwäche und Ignoranz des menschlichen Geistes, der noch nicht mal in Ansätzen entdeckt hat, zu welchen Fähigkeiten er erwachsen kann, wenn er sich seiner selbst annehmen würde.

Gleichzeitig sind Krisen immer Chancen, um zu neuen Perspektiven zu erwachsen. Sie machen Missstände deutlich sichtbar, und erst diese Sichtbarkeit erlaubt es den Kräften der Veränderung zu wirken.

Spirituelle Eröffnung

Die Spiritualität hat mir geholfen zu erkennen, was Geist, Verstand und Bewusstsein jenseits von psychologischen Modellen und materialistischen Sichtweisen überhaupt sind. Was egozentrische Denksysteme anrichten und was eine freie Wahrnehmung bedeutet. Sie hat mir gezeigt, was Menschsein ist, was natürliche Würde bedeutet und was wahre Freiheit überhaupt ist.

Kein freier Geist lässt sich für Misswirtschaften einer profitorientierten Regierung zu moralischen Pflichten innerhalb einer Gesellschaft zwingen, die in seine persönliche Unversehrtheit eingreifen. Dieses Ansinnen allein entlarvt sich selbst als Unmoral schlechthin. Ein freier Geist ist nicht korrumpierbar, er ist nicht bezwingbar und nicht einzureihen in einen Gleichschritt, der nur von geistig Abhängigen überhaupt erzwungen wird und erzwingbar ist.

Das ist es, was Covid-19, Delta und als nächstes Omikron – und wer weiß was noch kommen wird – uns zeigt: Das Leben ist nicht kontrollierbar. Es ist nicht in eindimensionale Lösungsmuster pressbar. Es fliegt uns um die Ohren, wenn wir weiterhin die Kompetenzen für Entscheidungen, die unser Leben betreffen, abgeben, wenn wir unsere Kreativität und Intelligenz für die Erhaltung menschenunwürdiger Systeme zur Verfügung stellen, anstatt die Kraft unserer Menschlichkeit zu entdecken.

Der Ursprung der Spaltung 

Anstatt zu entdecken, wo jedes selbstzerstörerische System seinen Anfang hat: in unseren Köpfen. Und zwar in jedem Einzelnen. In den oberflächlichen und kurzsichtigen Vorstellungen davon, was ein gelingendes Leben ist, in den Schablonen, die wir über unsere Ängste legen, damit wir ihnen nicht direkt begegnen müssen. In den vorgegebenen Wegen, die wir als Tradition feiern, die uns gefangen halten in einer Welt, die der freien Intelligenz des Lebens nicht würdig ist.

Das ist es, was mich Spiritualität lehrt: die Entdeckung der unermesslichen Bandbreite des Bewusstseins, das jeden Menschen belebt, das Wissen darüber, wie sich Realität allein durch das, was Menschen glauben, zusammensetzt, und die tiefe Liebe zum Dasein und Menschsein an sich.

Diese Liebe ist es, die mich in dieser Zeit in meiner Klarheit bleiben lässt. Die mich nicht ohnmächtig verzweifeln lässt angesichts des Entsetzens, das sichtbar wird, wenn Familien durch die Spaltung der Ansichten getrennt werden, Menschen gesellschaftlich ausgegrenzt und kollektiv beschimpft werden, Existenzen bedroht, systematisch Angst verbreitet und indirekter Zwang an Systemabhängigen ausgeübt wird. Es ist gut, wenn endlich sichtbar wird, was wir unter dem Deckmantel der systematisierten Normalität jahrhundertelang verborgen hielten: unsere tiefe Angst vor dem Leben selbst, vor dem Anderen, dem Fremden, dem Unvorhersehbaren, vor der schwingenden Polarität des Daseins.

Ein freier Geist ist nicht manipulierbar

Mir ist klar geworden, dass mir nichts passieren kann. Weder, wenn mich der Virus erwischt, selbst wenn ich daran sterben sollte, noch wenn der Staat meine Existenz ruiniert, indem er mir finanzielle Strafen aufzwingt, wenn ich seine Spritze nicht will. Das, was ich bin (was jeder ist!), ist weder abhängig von Gutem noch von Bösem. In letzter Konsequenz sogar weder von Leben noch von Tod. Es wählt nicht zwischen Schwarz und Weiß, weil es weiß, dass beides Teil einer Medaille ist.

Und diese Medaille heißt Lebendigkeit. Sich dem Leben zu überlassen heißt, die Kontrolle an eine Ordnung abzugeben, die sich von der Kontrollsucht meiner angstvollen Kleingeistigkeit sowieso nicht beeindrucken lässt. Sich zu überlassen heißt, das tiefe Vertrauen zu entdecken, was das Leben zu sich selbst hat. Und in diesem Vertrauen zu erfahren, was es heißt getragen zu sein. Diese Klarheit lässt mich den Dingen in Ruhe entgegensehen und tun, was zu tun ist, und lassen, was zu lassen ist. Die Dimension dieser klaren Einfachheit ist in der Lage, jedes System zu sprengen.
Zuerst im Innen, dann im Außen.

Ein Traum von Elias - Nicole Paskow

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12 Kommentare

  1. Heimo

    Danke! 🙂 …

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  2. Sash

    Sehr Gut!!
    ( Das mit der Spritze ist sehr individuell – zumindest bei mir!
    Evtl sogar karmisch …
    Hab schon 2 davon und fühl mich ziemlich okay damit..)

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    • Nicole Paskow

      Dieses karmische Vergnügen spricht Dir ja niemand ab, lieber Sash. Ich am wenigsten.
      Mir wird allerdings die Entscheidung abgesprochen. Damit fühl ich mich grundlegend
      nicht so okay.
      LG Nicole

      Antworten
      • Lysa

        Die freie Entscheidung ist deshalb nicht mehr möglich, weil es sich um eine weltweite Pandemie (wie die Pockenseuche) handelt. Hier steht aus Menschen verantwortlicher Sicht das Gemeinwohl im Vordergrund und nicht die individuelle und damit egoistische Sicht.

        Antworten
        • Nicole Paskow

          Liebe Lysa, wenn eine freie Entscheidung Bedingungen unterliegt, war sie von vornherein nicht frei.
          Ich habe, offensichtlich in diesem Punkt, eine vollkommen andere Weltsicht als Du und es ist mein
          menschliches Grundrecht nach meinem Weltbild zu leben.
          Gesellschaftliche Inhaftnahme für Werte, die nicht meinem Weltbild entsprechen, empfinde ich als Eingriff in
          meine menschliche! Würde und Freiheit. Es ist definitiv eine Annahme, dass diese Pandemie der Pockenseuche gleicht.
          Die faktischen Zahlen offenbaren hier ein anderes Bild. Ich bin nicht überzeugt, dass Impfen die einzige Lösung ist,
          um dieser Krankheit zu begegnen. Und noch einmal: Es ist mein Recht (!) nach meinen Überzeugungen zu leben. Egoisch ist
          im Gegenteil, die Zwangsjacke der Übernahme durch eine mir fremden Sichtweise, die nicht meinen menschlichen Werten entspricht.

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  3. Grazia

    Liebe Nicole
    du sprichst mir aus dem Herzen und es tut mir gut deine Worte zu hören.
    Denn so empfinde ich es auch ich selbst bin in der Lage alle Kette zu sprengen (sowohl die Inneren als auch die Äußere). Das habe ich schon vor dem Virus erlebt.
    Und ich erlebe es dem Leben zu vertrauen und sich tragen zu lassen ohne einzugreifen.
    Schön daß es dich gibt. Ich fühle mich durch deine Worte unterstützt und in meinem Empfinden bestätigt
    Liebe Grüße Grazia

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  4. Barbara Klein

    Liebe Nicole, danke für deinen Mut, offen und klar diese Worte auszusprechen. Sie zeugen von einer tiefen Einsicht im unse menschliche Natur und weisen uns auf unser wahres Wesen hin. Ich fühle mich dadurch zu tiefst verstanden und gestärkt, ähnlich wie durch die Worte von Dietrich Bonhoeffer: „VON GUTEN MÄCHTEN TREU UND STILL UMGEBEN …………“
    Egal, wie lange es noch dauert, ich glaube daran, dass es uns Menschen eines Tages gelingt, im Sinne unseres Grundgesetzes zu leben, nicht als Pflicht, sondern aus einem tiefen, inneren Bedürfnis heraus. Welch ein Geschenk, dass es Menschen wie dich gibt, die dafür mutig eintreten. Mit Ihnen möchte ich Hand in Hand gehen.
    Barbara Klein

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  5. gab

    Danke!
    Ich bin gerade in dieser Zeit, wo der menschenverachtende und zerstörerische Massenwahn „normal“ zu werden droht, dankbar für jede Stimme, die sich offenbart und auf das Wesentliche hinweist.
    Angst oder Liebe. Lügen oder Wahrheit. Ablenken oder Hinschauen. Kontrolle oder Eigenverantwortung.
    Jeder trifft seine Wahl. Jede Entscheidung wirkt auf das Ganze.

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  6. gab

    …und es wählt niemand. es geschieht. lebendiges geschehen. jetzt.

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  7. Johannes Kurat

    Für mich persönlich war es meine freie Entscheidung mich impfen zu lassen. Ich fühle mich weder gezwungen noch manipuliert. Ich lebe mit den Konsequenzen meiner Entscheidung. Jeder der sich nicht impfen lässt lebt auch mit den Konsequenzen seiner Entscheidung. Wo liegt das Problem? Ich habe tiefen Respekt sowohl vor der einen Entscheidung als auch vor der anderen.

    Viel wichtiger und bewegender ist es für mich, dahin zu schauen was du in deinem blogartikel schreibst, liebe Nicole. … Sich dem Leben zu überlassen und das tiefe Vertrauen zu entdecken … Sich zu überlassen heißt, das tiefe Vertrauen zu entdecken, was das Leben zu sich selbst hat.

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    • Nicole Paskow

      Danke für Deinen Kommentar, lieber Johannes. Wo das Problem liegt, fragst Du?
      Nun dann schau doch mal in die angedachten Beschlüsse zur zukünftigen Freiwilligkeit dieser Impfung.
      Ich bin ganz Deiner Ansicht, dass jeder mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu leben hat.
      Und bin sehr dafür, frei über diese Handlungen zu verfügen. 🙂

      Denn ja, wenn man sich dem Leben überlässt, erfährt man ganz direkt, was Vertrauen bedeutet und
      diese Bedeutung entfaltet sich ganz konkret in jedem selbst. Herzlich, Nicole

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  8. Rebecca Güntsch

    Danke, für Deine tollen Artikel. Sie geben mir sooft Kraft in dieser Zeit! LG

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